Heute ist ein ganz besonderer Partytag, den heute gibt es so etwas wie eine 1000stoff-Elsenparty mit gleich mehreren Partyoutfits. Und sehr passend dazu haben wir natürlich Monika von Schneidernmeistern im Interview. Sie zeigt auf ihrem Blog heute eine wunderschöne Elsenbluse (aus 1000stoff) – es lohnt sich auf jeden Fall auch dort vorbei zu schauen!

Ganz besonders freue ich mich über den Elsenpulli von Sabine einfachkarl_original aus diesem Streifenstrick. Wieder einmal ein Beweis dafür, wie vielfältig das Schnittmuster ist und wie fein der Pulli aussehen kann, wenn man einen Strickstoff wählt. Dieser ist im Übrigen so kuschelweich, dass sogar Sabines kleiner Freund unbedingt einen Schal daraus wollte :-)

Ich habe mich heute auch endlich mal in Schale geschmissen und trage meine elsenschwester01 zum ersten Mal. Diese Elsenvariante ist für Webware konzipiert und daher mit einer ganzen Reihe schöner Details ausgestattet. Darüber werde ich ein anderes Mal genauer berichten, sonst verliert Ihr womöglich schon die Lust am Lesen bevor Monika überhaupt an der Reihe ist. Meine Variante ist aus olivgrauem Tencel genäht, dadurch ergibt sich dieser samtige Fall, der sich für diese Tunika meiner Meinung nach perfekt eignet.

Aber wie gesagt, dazu in Kürze mehr.

Erwähnen möchte ich jedoch  die Geburtstgsrabatte des Tages: Heute gibt es 15 % auf den kuscheligen Streifenstrick und weil Monika so einen schönen Nani Iro Stoff vernäht hat, auch noch auf elsenrufende japanische Stoffe z. B. von Nani Iro und/oder aus Double Gauze.

Und jetzt endlich Vorhang auf für Schneidernmeistern. Ich habe Monika 2015 in Berlin kennen gelernt, als ich am Vorabend des Nähcamps mit zum Italiener gegangen bin, obwohl ich keine Teilnehmerin des Camps war. Mir ist sofort ihre Schlagfertigkeit und ihre wirklich witzige und schnelle Art, Dinge beschreiben zu können, aufgefallen. Aus gelegentlichen Treffen bei mir im Laden und vor allem auch gern im Café Neun nebenan, haben sich erste Kooperationen ergeben. Mittlerweile würde ich sie ohne zu Zögern als Freundin bezeichnen. Darüber freue ich mich sehr!

Woher nimmst Du Deine Inspiration?

Monika: Ach, das ist ganz unterschiedlich. Es kann schon mal vorkommen (wie aktuell in München geschehen), dass ich jemandem auf der Rolltreppe aus der U-Bahn hinterher renne, nur um dann aus der Hüfte ein Foto zu schießen, weil ich den Mantel toll finde. Einfacher wäre natürlich, wenn man die Menschen offen anspricht…

Natürlich lasse ich mich auch ganz klassisch inspirieren, durch Zeitschriften, Magazine, Kataloge, Zeitungsartikel, die sozialen Medien, aber ich blättere auch gerne in Bildbänden. Aus meiner Zeit am Theater habe ich unter anderem 2 tolle Bücher, die ich von Kostümbildnern geschenkt bekommen habe: Eines der Fotografin Regina Relang und eines mit Fotografien von Cecil Beaton. Auch wenn mein Design nicht unter den Begriff „Retro“ fällt, so lasse ich mich gern durch die Mode und die oft raffinierte Schnittführung inspirieren.

Inwieweit beeinflussen Dich aktuelle Modetrends?

Monika: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, Mode interessiert mich nicht. Selbstverständlich folge ich den angesagten Designern, schaue mir Aufzeichnungen der Fashion Shows an, bin aber kein ausgewiesener Kenner der Szene.

Mode ist sehr kurzlebig und ein modisches Kleidungsstück überlebt mit viel Glück gerade mal eine Saison.

Wenn ich mich an den Modetrends orientiere, dann versuche ich ein Model so zu entwerfen, dass es sich auch längerfristig halten kann, dass es evtl. zum Klassiker taugt.

Ich hatte zum Beispiel mit „Adelheid“ das Glück, den aufkommenden Trend des Bischoffs-Ärmels direkt aufgreifen zu können. Da mir aber die Bluse alleine mit dem bauschigen Ärmel zu speziell war, habe ich einen zweiten Ärmel dazu erstellt, der nur einen gemäßigten Bausch am Saum hat, die Bluse ist noch dazu leicht zum Kleid verlängerbar; so wird aus einem sehr speziellen Modetrend ein wandlungsfähiges vielseitiges Schnittmuster.

So etwas mag ich!

Welches ist dein Lieblingsschnittmuster aus Deiner eigenen Kollektion?

Monika: Tatsächlich immer gerade das an dem ich arbeite.

Wenn ich schreibe, „das ist mein Lieblingsschnittmuster“, heißt es nicht zwangsläufig, dass ich es ständig trage oder jede Woche nähe.

Wahrscheinlicher ist es, dass ich es seit der Erscheinung des E-Books nicht mehr genäht habe.

Es ist mein Beruf und meine Leidenschaft Schnittmuster zu entwickeln, also bin ich kontinuierlich daran, neue Ideen auszuprobieren und zu verwirklichen.

Ist die Arbeit an einem Schnittmuster abgeschlossen, wenn es endlich so perfekt ist, wie ich es mir vorgestellt habe und es veröffentlicht ist, verliert es meistens seinen Reiz für mich. Außer der Else vielleicht, von der ich nicht loskomme…

Welches ist Dein Lieblingsschnittmuster anderer?

Monika: Ein viel geliebtes Schnittmuster ist die Hudson Pants von True Bias. Die Hose gibt es für Damen, Herren und Kinder und wird seit Jahren in der Weihnachtszeit hervorgeholt, um die Familien-Pyjamahosen zu nähen.

Du hast es geschafft, aus der Else fast so etwas wie eine Marke zu machen. Das Schnittmuster ist ja schon ein paar Jahre auf dem Markt, aber dennoch ist es nach wie vor sehr angesagt und wird vermutlich häufiger genäht als je zuvor. Das ist meiner Wahrnehmung nach ein ganz besonderes Phänomen in dieser sonst recht schnelllebigen Szene. Wie würdest Du das beschreiben? Hast Du das von Anfang an so geplant?

Monika: Wenn ich es geplant hätte, würde ich den Trick nicht verraten. Das wäre toll! Nein, leider hat man es nicht in der Hand, ob ein Schnittmuster gut ankommt oder nicht. Die Else war mein zweites Schnittmuster, das ich auf den Markt gebracht habe. Das erste, Joggingrock Etta ging still und heimlich online, mit Illustrator erstellt, einen Blogpost, kaum Werbung. Die Else hatte ich im Vorfeld schon mal gepostet und gute Resonanz bekommen. Dennoch war es ein großer Schritt das Schnittmuster professionell zu bearbeiten. Damals hatte ich noch kein Schnittprogramm, habe also den Papierschnitt zu einer Direktrice in Berlin geschickt, dir mir die Größensätze erstellt hat. Ich habe lange überlegt ob ich den Geldbetrag, also ihr Honorar investieren soll. Jerseykleider gab es damals auch schon viele, wer sollte also noch eines kaufen?

Schlussendlich habe ich es für mich gemacht. ICH wollte dieses Kleid haben und es mindestens 7-mal nähen…

Es gab zu der Zeit ein paar Schnittmuster-Namen die immer aufploppten und ich hab schon überlegt, wie cool das wäre, wenn sich die Else entsprechend etablieren würde. Ich weiß noch, wie ich nachts in unserer Küche in Emden saß und am 1. Mai 2014 um 0:00 den „jetzt veröffentlichen“ Button bei Dawanda gedrückt und gespannt auf den ersten Käufer gewartet habe. Und tatsächlich hat es kurze Zeit später „ping“ gemacht und seitdem nicht mehr aufgehört. Die Else ist nach wie vor mein beliebtestes Schnittmuster, was mich sehr stolz und glücklich macht!

Ich kann nur mutmaßen woran es liegt… und vielleicht hätte sich alles anders entwickelt, wenn ich dem Schnittmuster einen anderen Namen gegeben hätte. Aus dem Namen Else haben sich mittlerweile so viele Worte und Wortspiele ergeben, die ich mir hätte nicht besser ausdenken könne, hätte ich es geplant. Auch der Elsenherbst, der jedes Jahr im September stattfindet, erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Es ist also ein kleine Community der Elsenschwestern entstanden, die anscheinend auf irgendeine Weise verbindet.

Du bist, genau wie ich und so viele andere hier, eine One-Woman-Show. Ich nehme an, auch Du kennst diese lästigen Zweifel und Sorgen, wenn es mal ein paar Tage ruhiger wird im Business. Und trotzdem arbeitet man im Grunde Tag und Nacht (zumindest gedanklich) Wünschst Du Dir manchmal einen ganz normalen Arbeitsalltag nine to five, bei dem die Verantwortung jemand anders trägt?

Monika: Oh ja, in der Tat. In der letzten Zeit, vor allem nach dem Aus von Dawanda, der Provisionserhöhung bei Makerist und der Sommerflaute, von der man hier und da hörte, habe ich sehr ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, alles hinzuwerfen und mir einen „vernünftigen“ Job zu suchen. Glücklicherweise bin ich aber eher vom Typ „aufstehen, Krone richten, weitermachen“, habe die negative Energie umgewandelt und vor kurzem meinen eigenen Online-Shop eröffnet. Nun habe ich zumindest das Gefühl, das Zepter wieder zum Teil in der Hand zu haben und bin nicht einer Plattform ausgeliefert, was ich eben auch als Angestellte wäre – ich bin schon gern Selbstständig und mein eigener Herr. So kann ich meine Planung in diesem Jahr trotz allem wieder so gestalten, dass die Adventszeit ein wenig stressfreier vonstatten geht als in den Jahren, in denen ich noch fest angestellt gearbeitet habe.

Wenn ja, in welchen Momenten liebst Du Deinen Job?

Monika: Immer dann wenn etwas so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe ein ziemlich gutes visuelles Vorstellungsvermögen, das bei Farben und Stoffen wunderbar greift, bei Schnittmustern aber noch ein wenig ausbaufähig ist. Bei meinem aktuellen Test für die Elsenschwester03 ist der erste Teil schon mal ein voller Erfolg gewesen.

Und dann natürlich, wenn ich meine Begeisterung für eine Idee weitergeben kann. Wenn der erste offiziell gekaufte und vernähte Schnitt gepostet wird und bei der Kundin die gleiche Begeisterung hervorruft wie bei mir. Das ist jedes Mal wieder sehr aufregend!

Wenn mein Tag (für einen begrenzten Zeitraum) 48 Stunden hätte, dann würde ich:

Monika: …ans Meer fahren und aufs Wasser schauen!

Der Anteil selbstgenähter Teile in meinem Kleiderschrank beträgt  xxxx  %

Monika: Weniger als man von einer Schneiderin erwarten würde. Eigentlich sollte man ja annehmen, dass über 90% meiner Garderobe selbstgenäht wäre. Schließlich nähe ich schon seit bestimmt 30 Jahren, noch dazu habe ich es gelernt, also fallen mir sicherlich viele Dinge leichter als anderen. Jedoch ist es eher so, dass, wenn man beruflich viel näht, die Entspannung am Feierabend tatsächlich vom Yoga kommt oder davon, dass man einfach etwas kauft, was man sofort anziehen kann…

Monika: Liebe Lara, ich freue mich sehr, dass uns unsere Leidenschaft zusammengeführt hat und ich deinen Laden-Geburtstag mit Dir feiern darf. Auch wenn wir uns noch nicht seit xJahren kennen, so freue ich mich über die wunderbaren gemeinsamen Aktionen, die hinter uns liegen, deine Freundschaft, unseren sehr konstruktiven Email-Austausch und freue mich sehr über die Berlin-Bremen-Connection, die im neuen Jahr in eine nächste Runde gehen wird!

Herzlichen Glückwunsch und auf weitere erfolgreiche mit den wunderbaren Stoffen, die du immer für uns aussuchst!

 

Schnittmuster: elsenschwester01 und Else, schneidernmeistern

Material Elsenpulli: kuschelweicher Streifenstrick, heute (29.11.) mit 15% Rabatt

Material elsenschwester01: Tencel in olivgrau

verlinkt mit: sewlala, Du für Dich

Wenn Ihr auch die anderen 1000stoffgeburtstagsprojekte anschauen wollt, dann klickt Euch einfach durch:

Montag, 26.11. „Die kleine Schwarze“ bei Mein anderes ich

Dienstag, 27.11. wrapped Hose bei eleonore creative

Mittwoch, 28.11. Cheyenne Tunika bei naadisnaa