Das genau ist der Sinn unserer Aktion #vernetztegarderobe. Dass man andere für sich arbeiten lässt … ups :-)) Nein, Quatsch, dass man sich gegenseitig inspiriert und austauscht. Dass man an den Beispielen anderer sieht, was auch zu einem selber und in den eigenen Kleiderschrank passen würde. So geschehen hier, denn Sindys (Mein Gewisses Etwas) Kleid hat mir dermaßen gut gefallen, dass ich mir auch eine Frau Elly nähen musste.

Frau Elly ist ein relativ neuer Kleiderschnitt von studioschnittreif, lässig und locker, überschnittene Ärmel und eigentlich mit Gürtel in der Taille. Aber hier hatte ich nicht weit genug gedacht. Querstreifen und dann noch Gürtel? Klappt nicht – hihihi. Wenn man ständig an sich herumzuppelt und das Band immer parallel zu den Streifen ausrichtet, dann geht es. Aber wenn man die Position des Bandes einfach sich selbst überlässt, dann sieht alles schief aus. Ok, wieder was dazu gelernt. Aber das Gute ist, es hält (dank meiner Kurven) auch ohne Gürtel so wie es soll :-))!

Das Material ist ein leichterer Romanit, also ein Strickstoff, der einerseits dehnbar, andererseits schön schwer und formstabil fällt. Ist auch etwas angezogener als einfach Sweat oder Jersey, das mag ich ja ganz gern. Am Hals habe ich das Bündchen durch einen Beleg ersetzt. Dadurch ist der Ausschnitt zwar etwas größer (auch hier habe ich beim Zuschnitt nicht weit genug gedacht…), aber ich finde, es geht gerade noch . Beim nächsten Mal würde ich beim Zuschneiden 1cm mehr dran lassen, dann wird die Öffnung etwas kleiner. Aber alles in allem bin ich total glücklich mit meinem Kleid und danke Dir, liebe Sindy, für die schöne Anregung!

Schnittmuster: Frau Elly von studioschnittreif

Material: gestreifter Romanitjersey in grau mit schwarz

verlinkt mit: sewlala und Du für Dich

Bei mir läuft´s gerade. Ich habe zwar keine Zeit, aber die Projekte, die ich trotzdem umsetze, werden genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Das ist durchaus nicht immer so. Im Gegenteil, oft hat man ein ganz bestimmtes Bild im Kopf und dann wird es nicht nur irgendwie anders, sondern auch noch irgendwie nicht so schön. Entweder der Schnitt ist nicht optimal, die Größe müsste angepasst werden, der Stoff fällt anders als gedacht – Gründe gibt es etliche. Meistens reichen ja kleine Änderungen und dann wird es trotzdem noch gut, also alles halb so wild. Aber am Tollsten ist es, wenn es auf Anhieb passt. So wie bei diesem V-Neck Dress von Assembly Line aus Schweden.

Für die vernetzte Garderobe waren Sindy (Mein gewisses Etwas) und ich auf der Suche nach dem perfekten Winter- oder Übergangskleid. Perfekt im Sinne von alltagstauglich, bürotauglich, bequem und schick, anziehen und sich angezogen fühlen. Ich trage wahnsinnig gern Kleider, im Laden, zuhause und auch in der Freitzeit wie z. B. beim Fußballturnier meiner Kinder. Ich unterscheide da nicht großartig zwischen dem Businesskleid für den Job und dem Wohlfühlkleid für einen Sonntag daheim. Ok, im Job muss ich kein Kostüm tragen und manchmal bin ich zuhause halt schicker als mein Umfeld:-). Aber genau dieses Unkomplizierte ist mir wichtig.

Dieses Kleid mit dem schönen V-Ausschnitt entspricht diesen Vorstellungen total. Ohne den Bindegürtel hat es eine A-Linie und kann auch wunderbar offen getragen werden. Die Länge reicht bis übers Knie, dadurch bekommt das Kleid etwas angezogenes, ein besseres Wort fällt mir gerade nicht ein. Die Ärmel sind leicht kimonoartig und 3/4 lang.

Aber am besten gefällt mir der Schalkragen, der wirklich einen schönen Ausschnitt formt. Genäht habe ich das Kleid aus meinem derzeitig Lieblingsstoff, einer Popeline aus Baumwolle und Viskose mit einem geringen Stretchanteil. Der wäre eigentlich gar nicht nötig, schadet aber auch nicht. Dezenter Glanz, schlicht und edel. Der Schnitt sieht auch eine ärmellose Variante vor, sie folgt mit Sicherheit in Kürze – hat dann aber nichts mehr mit einem Winterkleid zu tun:-)

Aber jetzt müsst Ihr unbedingt noch bei Sindy vorbei schauen und ihren Beitrag lesen. Ihre Frau Elly werde ich mit Sicherheit auch noch nähen, um dem Schnitt schleiche ich auch schon eine Weile herum…

 

Schnittmuster: V-neck Dress, Assembly Line

Material: Popeline aus Baumwolle und Viskose mit ein wenig Elastan

verlinkt mit: sewlalacreadienstag,

Eigentlich wollte ich ja eine Hose nähen. Also, ich nähe auch eine Hose, aber da man ja zu einer Hose immer auch ein Oberteil braucht, musste ich das Projekt etwas ausweiten. Nun ist die Ausweitung zuerst fertig geworden und heißt Elastic Tie Sweater von The Assembly Line aus Schweden. Im Grunde war es ein Schnellschuss, eine Eingebung im Kaffee vor dem Arbeitstag im Laden. Kennt Ihr das? Manchmal sucht man ewig nach einer Idee und wann anders ist plötzlich eine da. Ich kann dann auch nicht widerstehen und vernünftigerweise erst angefangene Dinge beenden. Nein, ich muss es sofort machen. Manchmal eine gute, manchmal auch eine lästige Eigenschaft.

In diesem Fall bin ich sehr glücklich mit dem spontanen Entschluss. Eine Mischung zwischen Sweater und Bluse mit einem sehr schönen Detail am Ausschnitt. Dort wird das Teil eigentlich mit einem elastischen Band geschlossen, ich habe mich hier zunächst für eine große Quiltnadel entschieden. Wobei ist das noch einmal ändern werde, da die Nadel die schöne Falte etwas zu sehr beengt. Aber erstmal trage ich es so, denn ausziehen geht auch nicht :-).

Der Schnitt ist für Webware mit etwas Stand konzipiert. Ich habe einen ganz neuen Chambray aus Leinen und Viskose mit etwas gröberer Webstruktur gewählt. Durch den Leinenanteil hat der Stoff genau die richtige Festigkeit. Der Beleg wird mit Vlieseline verstärkt, so dass der Stehkragen eine schöne Stabilität bekommt. Die Ärmel sind schön weit geschnitten mit einem Abnäher am Ellenbogen, auch ein lässiges Detail.

Jetzt gibt es nur ein Problem. Ich bin so begeistert von diesem Oberteil, dass ich gleich schon wieder 3 neue plane. Aber ich halte mich zurück und nähe erstmal die Hose fertig :-) Die wird nämlich auch schön.

 

Material: Leinen Viskose Chambray in Denimblau

Schnittmuster: Elastic Tie Sweater von The Assembly Line

verlinkt mit: sewlala, dufürdich

 

Der erste Monat des Jahres ist vergangen – allein das ist schon unglaublich. Was ist geschehen, was habe ich umsetzen können von meinem Vorsatzkatalog für 2019? Ich bin entspannter gestartet und es fühlt sich auch immer noch gut an. Obwohl ich recht spontan von einem auf den nächsten Tag entschieden habe, nach München zur Munich Fabric Start zu reisen und auch privat einige unvorhersehbare Ereignisse geschehen sind, hat es mich noch nicht zerrissen. Ich werte das als richtig gutes Zeichen und beschließe den Kurs beizubehalten.

Und die vernetzte Garderobe? Ich habe 2 von 4 anvisierten Projekten genäht, das sind nur 50%, aber eben auch immerhin 50% (Glas halb voll und so). Der Plan waren ein warmer Cardigan jOne, dazu passend 2 Shirts und eine Hose. Die Hose habe ich aus unterschiedlichen Gründen in den Februar geschoben und das eine Shirt ist so schön geworden, dass ich statt des Zweiten eine yello_bag genäht habe. Ihr merkt, ich habe ein Talent dazu die Dinge positiv auszudrücken :-))! Mal schauen, wie weit Sindy so gekommen ist? Wir haben den Januar hindurch eher parallel als zusammen genäht. Der Plan ist, mal das gleiche und auch mal unterschiedliche Themen anzugehen, je nachdem, was gerade anliegt.

jONe von Prülla ist richtig schön geworden. Dick und warm zum wärmen und wohlfühlen. Zunächst hatte ich Sorge, dass der Strick zu voluminös sein könnte, aber das war unbegründet wie man sieht. Eine wollige Jacke ist eben eine wollige Jacke. Und selbst im Taschenbereich gibt es keine Konflikte. Das Einzige, das ich auch im Nachhinein noch verfluche, ist der Handsaum. Um den Wulst zu vermeiden, wollte ich ihn auf keinen Fall mit der Maschine nähen. Und das hat deutlich länger gedauert als befürchtet. Ich habe mich selbst in der Turnhalle beim Fußballtraining der Kids als Handarbeiterin geoutet weil ich endlich fertig werden wollte. Aber es hat sich gelohnt, fast unsichtbar würde ich sagen.

Das Shirt ist ein feines Irmchen von echt Knorke, ein Schnitt, den ich schon länger an vielen anderen von Euch bewundert habe. Jetzt habe ich auch eines. Genäht aus diesem weichen feinen Strick mit Streifen. Das Material ist so schön zart, dass es sich perfekt auch für untendrunter eignet. Und wenn bei den anderen die Streifen so perfekt matchen, dann wollte ich das natürlich auch schaffen. Yes! Ein sehr schönes Oberteil, besonders der halbhohe Turtleneck gefällt mir sehr gut.

Und nun, tadaaa! Die Kombination. Ich bin sehr zufrieden, kann beides perfekt zusammen tragen, aber natürlich auch einzeln.

Ihr müsst natürlich auch unbedingt bei Mein gewisses Etwas vorbei schauen. Dort erfahrt Ihr, was aus ihren Plänen geworden ist. Ihr Projekt war ein Blazer, also durchaus ein anderes Kleidungsstück als mein Cardigan, aber beide haben wir eine Indoorjacke mit etwas drunter genäht. Also irgendwie doch das Gleiche :-)

Für den Februar sind wir noch am planen, bzw. müssen wir uns noch zwischen zwei Themen entscheiden. Aber eines ist sicher: es wird spannend und schön! Details dazu in Kürze.

 

Schnittmuster: Cardigan jOne von Prülla, darunter das feine Irmchen von echtknorke

Material: Grober Wollstrick und feiner Streifenstrick

Achtung: Werbung, da ich beide Schnittmuster zur Verfügung gestellt bekam, hier auch verlinke und außerdem auch noch schreibe, dass ich sie toll finde …

 

Ein aufregendes Jahr geht zu Ende! Im Grunde ist das ja jedes Jahr so. Und eigentlich ist es ja auch egal, ob es tatsächlich turbulenter war oder ob ich das nur so empfinde. Der größte Meilenstein bei mir war mit Sicherheit die längst überfällige Eröffnung des eigenen Onlineshops. Rückblickend die beste Entscheidung seit Langem und auch nicht wirklich verständlich, warum ich dieses Thema nicht schon vor 2 Jahren konsequenter angegangen bin. Aber auch diese Überlegung ist hinfällig. Das Wichtige ist, es ist geschafft! Und auch bisher sehr erfolgreich. Daran habt Ihr großen Anteil. Ich danke Euch herzlich für Euer Vertrauen und Eure Treue!

Fakt ist (leider) auch, dass der neue Webshop mehr Aufmerksamkeit und damit mehr Zeit erfordert. Ich klammere die Einschränkung ein, weil der Mehraufwand ja durchaus Zeichen des Erfolgs ist. Aber gleichzeitig bedeutet es, dass ich mich 2019 neu strukturieren muss. Ich werde gezielter arbeiten und Prioritäten setzen (müssen). Das heißt aber auch, dass bestimmte Dinge rausfallen werden. Schweren Herzens werde ich mich nach einer kurzen Übergangszeit von den Nähkursen trennen. Der Entschluss liegt schon länger in der Luft und jetzt geht es nicht mehr anders. Viele andere Läden haben bereits ähnliche Entscheidungen getroffen und ich kann das gut verstehen. Man kann nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen. So überlasse ich dieses interessante Feld jetzt anderen tollen Ateliers, die vielleicht mehr Nähschule als auch noch Stoffgeschäft und Onlinehandel sind. Die Infrastruktur wird vorerst bleiben, so dass auch immer mal wieder special events und Nähpartys stattfinden können. Aber eben nur noch nach Vereinbarung und nicht mehr regelmäßig.

Aber auch über das Organisatorische hinaus reflektiere ich das zu Ende gehende Jahr und langsam formen sich konkrete Ideen und Wünsche für 2019. Es wird spannend! Ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen kristallisiert sich folgendes Ziel heraus.

Ich nähe viel. Und schnell. Und immer liebe ich es. Ich bin kontinuierlich umgeben von den tollsten Stoffen – lebe quasi im Stoffhimmel – und alle paar Tage kommt neue Ware. Mein Hirn kreiert permanent neue Projekte, Kombinationen und Ideen. Was liegt näher als ein kleiner Nähquickie kurz vor Feierabend? Es ist nicht so, dass ich kopflos irgendwelche Kleidungsstücke nähen würde, die mir hinterher nicht gefallen. Ich bin mir immer sehr sicher. Aber es ist schon so, dass ich oftmals sehr spontan und isoliert entscheide. Isoliert insofern, als dass ich z. B. den Sweater, den ich dann nähe, nur als schönes Einzelstück betrachte und vorher nicht darüber nachdenke, wie er in den Kleiderschrank passt, womit ich ihn kombinieren kann oder möchte und ob ich nicht eher eine Bluse bräuchte.

Das führt dazu, dass mein Kleiderschrank voller schicker Einzelteile ist und sich die kombinierten Outfits eher zufällig ergeben. Das führt auch dazu, dass ich oftmals einfach das Gleiche anziehe, weil es sich einfach bewährt hat und weil ich nicht nachdenken oder ausprobieren muss. Sehr gern sind es Kleider, weil man dann GAR NICHT kombinieren muss, sondern mit nur einem Teil perfekt angezogen ist. Ich liebe Kleider und das wird auch so bleiben – schließlich gibt es noch andere Gründe Kleider zu lieben. Aber dennoch wünsche ich mir mehr Struktur in den Projekten. Mehr Planung und Ziel.

Anfangen muss es mit einer Analyse des Ist-Zustands. Nicht nur, was hab ich im Kleiderschrank und was fehlt noch. Sondern vor allem, was ziehe ich wirklich an, wie ist mein Kleidungsverhalten. Meinen Stil kenne ich, da muss ich nicht lang analysieren. Aber wie oft trage ich welche Art von Kleidung. Wieso ziehe ich z. B. bestimmte Hosen so selten an. Liegt es daran, dass mir das passende Oberteil fehlt? In Farbe mag es da sein, aber in Länge und Weite? Was bewährt sich im Alltag? Schick ja, aber auch warm genug für den Tag im Laden z. B.?. Ich werde Theorie und Praxis kritisch miteinander abgleichen müssen.

Im Grunde sind dies alles ganz simple Gedanken und auch von neuen Erkenntnissen keine Spur. Aber ganz offensichtlich muss ich mir genau diese Überlegungen tatsächlich regelrecht vornehmen um gezielter vorgehen zu können.

Wie gut, dass ich eine perfekte Diskussionspartnerin gefunden habe! Sindy von Mein gewisses Etwas und ich werden diesen Weg 2019 gemeinsam verfolgen. Nicht 100% parallel mit den gleichen Schnittmustern und auch unsere Zielsetzung würden wir anders definieren. Lest unbedingt auch bei Ihr, wie sie ihren Hashtag #vernetztegardeobe beschreibt. Aber in engem Diskurs mit gegenseitigen Tipps, Verlinkungen und gemeinsamen Projekten. Ich freue mich total und begreife es als große Herausforderung. Es packt eines meiner Grundthemen an. Schnelligkeit und Spontanität sind nicht mein Problem. Eher das Innehalten und nochmalige Reflektieren. Ich bin ein Gefühlsmensch. Durchaus mit Planungsqualitäten. Aber ich muss eben noch am Gleichgewicht arbeiten :-))

Wir werden monatlich vorgehen. Und Euch auch schon immer zeitig mit auf die Reise nehmen, denn nicht nur aufs Ergebnis, sondern auch auf den Prozess kommt es an. Sindys Januar Projekt wird ein Blazer sein. Das klingt für mich sehr reizvoll. Aber hier geht es schon los. Mein Alltag erfordert eher eine Indoorjacke als einen Blazer. Einen Cardigan, den man im Laden schnell mal überwerfen kann. Blazeranlässe habe ich selten – leider. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Aber zunächst wünsche ich vor allem eines: Euch allen einen guten Rutsch in ein glückliches und gesundes 2019!

 

Eine großartige Woche geht zu Ende. Ich bin total sprachlos und begeistert von Eurem Interesse, Eurer zahlreichen Teilnahme, den lieben Glückwünschen und Kommentaren und den vielen Bestellungen. ICH DANKE EUCH HERZLICH! Ich habe mich sehr auf die Aktion gefreut, aber wie so vieles mache ich etwas Derartiges zum ersten Mal und arbeite daher auch immer im Learning by Doing Modus. Natürlich wünscht man sich viel Aufmerksamkeit und Teilnahme, aber mit so viel Resonanz hatte ich nicht gerechnet. Ihr seid spitze!

Ganz besonders möchte ich aber auch meinem „Team“ und den Interviewpartnerinnen danken, die uns mit ihren tollen Projekten und Antworten eine Woche lang durch mein Sortiment geführt haben. Ich habe viele der Bilder auch nicht früher gesehen als Ihr und so waren auch für mich einige Überraschungen dabei. Ich muss sagen, ich würde ausnahmslos ALLE Kleidungsstücke, so wie sie sind, nehmen und in meinen Schrank hängen wollen. Ehrlich!

Die Letzte in der Reihe ist Sindy von Mein gewisses Etwas mit einem Projekt, zu dem man kein Interview präsentieren kann, weil sie einen gekauften Pulli gefeatured hat. Wie sie vorgegangen ist und weitere Bilder seht Ihr heute auf Ihrem Blog. Auch sie hat den tollen Wollstrick gewählt, den wir gestern schon bei Tatiana in grau gesehen haben.

Sindy und ich kennen uns jetzt auch schon mehr als 2 Jahre und aus einer Kooperationsidee hat sich eine richtige Freundschaft entwickelt. Ich weiß noch genau, wie sehr ich mich ganz am Anfang von 1000stoff Zeit über einen Kommentar bei mir auf Facebook gefreut habe. Wahrscheinlich erinnert sie sich gar nicht, weil es für sie nichts besonderes war. Aber mir hat es etwas bedeutet. Dass sich jemand nicht nur äußert, sondern auch noch konstruktive Vorschläge, also Gedanken macht. Wir mögen uns sehr und ich freue mich auf viele weitere gemeinsame Projekte in 2019 (es gibt schon einen Plan, aber dazu in Kürze mehr).

Mit diesem Beitrag endet die Reise durch das 1000stoff Sortiment (obwohl Ihr ja jetzt nur einen Bruchteil der 1000 Stoffe gesehen habt :-)  und ich hoffe sehr, es hat Euch Spaß gemacht! Ihr habt Glück, in der Zwischenzeit sind schon wieder weitere Stoffe eingetroffen, so dass ich Euch sogar auch heute noch Rabatte anbieten kann. Thematisch passend gibt es 2 neue italienische Wollstrickstoffe, also wer noch etwas für ein ähnliches Projekt oder einen coolen Cardigan sucht:  15% Rabatt auf diese Wollstricks und Wollwalk. Stöbern lohnt sich!

Aber jetzt noch einmal eine Zusammenfassung der ganzen Geburtstagskollektion:

 

Sindy ´s Pulli: ohne Schnittmuster

Material: italienischer Wollstrick

 

1000stoff Blogtour auf einen Überblick:

Montag, 26.11. „Die kleine Schwarze“ bei Mein anderes ich und Interview mit Elke von ellepuls

Dienstag, 27.11. wrapped Hose bei eleonore creative und Interview mit Anja und Selmin, Schnittduett

Mittwoch, 28.11. Cheyenne Tunika bei naadisnaa und Interview mit Annika von Naehconnection

Donnerstag, 29.11. Else bei Schneidernmeistern und einfachkarl_original und Interview mit Monika von Schneidernmeistern

Freitag, 30.11., Rock Nr. 1 bei untermeinemdach und Interview mit rosa p. 

Samstag, 01.12., Cardigan jOne bei tillit. und Interview mit Prülla

 

Kurze Notiz: Aufrgund des hohen Bestellaufkommens kann es zu leichten Versandverzögerungen kommen. Bitte habt Verständnis. Danke!

Wahnsinn, heute ist schon der 5. Tag dieser Geburtstagswoche und ich bin total überwältigt von all den lieben Glückwünschen, Kommentaren und Bestellungen. Habt alle herzlichen Dank! Das sind die Momente, in denen ich weiß, dass es richtig war, 1000stoff wirklich eröffnet zu haben! Damals vor 6 Jahren …. ohne unternehmerische Erfahrung … mit 3 kleinen Kindern …. Auch jetzt wundere ich mich manchmal noch über den Mut, den ich seinerzeit gar nicht wahrnahm…

Die Blogtour macht heute Halt bei Britta von untermeinemdach. Ich folge ihrem Feed auf Instagram soooo gern, ihre Bilder produzieren bei mir grundsätzlich gute Laune. Dafür wollte ich mich eh immer schon bedanken, liebe Britta! Sie hat sich einen gestreiften Romanit und dazu das Schnittmuster für den Rock Nr. 1 von rosa p. ausgesucht. Ein perfekter Match würde ich sagen, oder?

Stoff des Tages: Weil sich der Romanit auch für andere Projekte super eignet, gibt es heute 15% Rabatt auf alle Romanitstoffe :-)

Passend dazu habe ich heute Rike alias rosa p. im Interview und auch das freut mich besonders. Wir sind uns noch nie in echt begegnet, aber ich weiß aus unseren Telefonaten und Mails, wir würden uns blendend verstehen. Rike ist genau so eine One-Woman-Show wie ich. Sie ist immer in Aktion, hält 1000 Projekte gleichzeitig am Laufen und wenn man mit ihr spricht, dann spürt man bei aller Zielstrebigkeit ihre ehrliche Art und vor allem eine so erfrischend gesunde Einstellung zu den Dingen.

Los geht’s!

Woher nimmst Du Deine Inspiration?

Rike: Ich lebe auf dem Land, vor den Toren Freiburgs und bin viel im Wald unterwegs. Es mag vielleicht ein wenig komisch klingen, aber dort finde ich meine Inspirationen. Ein Blatt im Wind, die Tropfen des Wassers, das Licht der jeweiligen Tageszeit. Mir fällt dann eigentlich immer etwas ein, was dazu passen würde und vor meinen Augen entsteht ein Bild.

In der Stadt fühle ich mich meist überflutet und überreizt, vom Internet und seiner Geschwindigkeit überrollt. Die Bilderflut überwältigt mich regelrecht.

Dann hilft nur: ab mit den Hunden in den Wald, den Gedanken nachhängen und über Entwürfe nachzudenken, ich denen ich mich wohl fühlen würde.

Inwieweit beeinflussen Dich aktuelle Modetrends?

Rike: Modetrends nehme ich wahr, aber ich orientiere mich lieber an dem, was tatsächlich tragbar ist, was ich an mir und an anderen sehen möchte.

Meine Entwürfe sind daher auch immer zeitlos und leicht veränderbar. Wer mag, kann dann das, was gerade aktuell ist, ja durchaus „dranbauen“. Aber ich liebe es schlicht und geradlinig, einfach und wandelbar.

Und auch der praktische Aspekt spielt für mich immer eine große Rolle: alle Modelle sollen mich in jeder Lebenslage begleiten können. Im Wald mit den Hunden, am Schreibtisch, in der Werkstatt, auf dem Fahrrad und im Kino.

Mein Fazit zu Modetrends ist deshalb: es ist schön, dass es sie gibt.

Welches ist Dein Lieblingsschnittmuster aus Deiner eigenen Kollektion?

Rike: Oh je! Muss ich das entscheiden? Ich denke, das ändert sich täglich. Im Moment, und das ist den Temperaturen geschuldet, liebe ich meinen Mantel Ilsa aus dem Buch „Der rosa p. Kleiderschrank“ sehr. Dazu trage ich jetzt im Herbst unglaublich gerne den Rock Nr.1 und das Shirt Nr.1. Ich finde, diese drei Stücke zusammen ergeben einen leicht nostalgisch angehauchten Look, in dem ich mich immer fühle, als wäre ich aus einem alten Film entsprungen.

Du hast 2 Schwerpunkte, Schnittmuster und Strickmuster. Wie ist es zu dieser Dualität gekommen? An welchem Material hängt Dein Herz stärker? Hast Du viele Kundinnen, die, ebenso wie Du, beides leidenschaftlich betreiben? Nähst und strickst Du alle Deine Beispiele selbst?

Rike: Meine Strickkarriere startete ich im zarten Alter von 7 Jahren, zu Nähen begann ich mit 14. Ich habe mir nie die Frage gestellt, was ich lieber mache. Für mich gehört beides unbedingt zusammen, denn ich trage es ja auch zusammen.

Und ich entwerfe sowohl im Näh- als auch im Strickbereich alle Designs so, dass sie immer harmonieren und sich ergänzen.

Ganz viele meiner Kundinnen folgen mir auf beiden Wegen und stellen sich mit meinen Entwürfen eine komplette Garderobe zusammen.

Meine Designbespiele erstelle ich tatsächlich alle selbst.

Du bist, genau wie ich und so viele andere hier, eine One-Woman-Show. Ich nehme an, auch Du kennst diese lästigen Zweifel und Sorgen, wenn es mal ein paar Tage ruhiger wird im Business. Und trotzdem arbeitet man im Grunde Tag und Nacht (zumindest gedanklich) Wünschst Du Dir manchmal einen ganz normalen Arbeitsalltag nine to five, bei dem die Verantwortung jemand anders trägt?

Rike: Das kann ich mit einem klaren NEIN beantworten. Natürlich kenne auch ich die Sorgen und durchwachten Nächte, die die Selbstständigkeit unweigerlich mit sich bringt. Aber ich kann ich mir nichts Schöneres vorstellen, als MEINEN Job. Es ist doch ein unglaublich großes Geschenk, genau das zu tun, was mich glücklich macht. In einem nine to five Job würde ich mich definitiv nicht wohl fühlen.

Wenn ja, in welchen Momenten liebst Du Deinen Job?

Rike: Es ist einfach immer wieder ein ganz wundervolles Gefühl, wenn ich merke: was ich da tue, gefällt den Frauen „da draußen“. All die Rückmeldungen und Gespräche, die mir zeigen: meine Arbeit tut vielen Frauen gut. Sie beschäftigen sich mit sich selbst, nehmen sich wahr und lieben meine Schnitt- und Strickmuster. Ich kann sie damit auf eine leise Art durch ihr Leben begleiten. Und das spiegeln sie mir bei so vielen Gelegenheiten.

Wenn mein Tag (für einen begrenzten Zeitraum) 48 Stunden hätte, dann würde ich:

Rike: Bestimmt noch mehr nähen und stricken. Ich würde gerne Modelle für Kinder und Männer entwerfen, denn ich habe eine große Familie. Meine Söhne, mein Mann und meine Enkelkinder wünschen sich nämlich auch eine „rosa p. Garderobe“.

Der Anteil selbstgenähter Teile in meinem Kleiderschrank beträgt 98 %,

Rike: denn meine Unterwäsche nähe ich nicht selbst. Und ich besitze eine gekaufte Jeans.

 

Schnittmuster: Rock Nr. 1 von rosa p.

Material: Romanit gestreift, heute (30.11.) mit 15% Rabatt

 

Wenn Ihr auch die anderen 1000stoffgeburtstagsprojekte anschauen wollt, dann klickt Euch einfach durch:

Montag, 26.11. „Die kleine Schwarze“ bei Mein anderes ich

Dienstag, 27.11. wrapped Hose bei eleonore creative

Mittwoch, 28.11. Cheyenne Tunika bei naadisnaa

Donnerstag, 29.11. Else bei Schneidernmeistern und einfachkarl_original

Heute ist ein ganz besonderer Partytag, den heute gibt es so etwas wie eine 1000stoff-Elsenparty mit gleich mehreren Partyoutfits. Und sehr passend dazu haben wir natürlich Monika von Schneidernmeistern im Interview. Sie zeigt auf ihrem Blog heute eine wunderschöne Elsenbluse (aus 1000stoff) – es lohnt sich auf jeden Fall auch dort vorbei zu schauen!

Ganz besonders freue ich mich über den Elsenpulli von Sabine einfachkarl_original aus diesem Streifenstrick. Wieder einmal ein Beweis dafür, wie vielfältig das Schnittmuster ist und wie fein der Pulli aussehen kann, wenn man einen Strickstoff wählt. Dieser ist im Übrigen so kuschelweich, dass sogar Sabines kleiner Freund unbedingt einen Schal daraus wollte :-)

Ich habe mich heute auch endlich mal in Schale geschmissen und trage meine elsenschwester01 zum ersten Mal. Diese Elsenvariante ist für Webware konzipiert und daher mit einer ganzen Reihe schöner Details ausgestattet. Darüber werde ich ein anderes Mal genauer berichten, sonst verliert Ihr womöglich schon die Lust am Lesen bevor Monika überhaupt an der Reihe ist. Meine Variante ist aus olivgrauem Tencel genäht, dadurch ergibt sich dieser samtige Fall, der sich für diese Tunika meiner Meinung nach perfekt eignet.

Aber wie gesagt, dazu in Kürze mehr.

Erwähnen möchte ich jedoch  die Geburtstgsrabatte des Tages: Heute gibt es 15 % auf den kuscheligen Streifenstrick und weil Monika so einen schönen Nani Iro Stoff vernäht hat, auch noch auf elsenrufende japanische Stoffe z. B. von Nani Iro und/oder aus Double Gauze.

Und jetzt endlich Vorhang auf für Schneidernmeistern. Ich habe Monika 2015 in Berlin kennen gelernt, als ich am Vorabend des Nähcamps mit zum Italiener gegangen bin, obwohl ich keine Teilnehmerin des Camps war. Mir ist sofort ihre Schlagfertigkeit und ihre wirklich witzige und schnelle Art, Dinge beschreiben zu können, aufgefallen. Aus gelegentlichen Treffen bei mir im Laden und vor allem auch gern im Café Neun nebenan, haben sich erste Kooperationen ergeben. Mittlerweile würde ich sie ohne zu Zögern als Freundin bezeichnen. Darüber freue ich mich sehr!

Woher nimmst Du Deine Inspiration?

Monika: Ach, das ist ganz unterschiedlich. Es kann schon mal vorkommen (wie aktuell in München geschehen), dass ich jemandem auf der Rolltreppe aus der U-Bahn hinterher renne, nur um dann aus der Hüfte ein Foto zu schießen, weil ich den Mantel toll finde. Einfacher wäre natürlich, wenn man die Menschen offen anspricht…

Natürlich lasse ich mich auch ganz klassisch inspirieren, durch Zeitschriften, Magazine, Kataloge, Zeitungsartikel, die sozialen Medien, aber ich blättere auch gerne in Bildbänden. Aus meiner Zeit am Theater habe ich unter anderem 2 tolle Bücher, die ich von Kostümbildnern geschenkt bekommen habe: Eines der Fotografin Regina Relang und eines mit Fotografien von Cecil Beaton. Auch wenn mein Design nicht unter den Begriff „Retro“ fällt, so lasse ich mich gern durch die Mode und die oft raffinierte Schnittführung inspirieren.

Inwieweit beeinflussen Dich aktuelle Modetrends?

Monika: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, Mode interessiert mich nicht. Selbstverständlich folge ich den angesagten Designern, schaue mir Aufzeichnungen der Fashion Shows an, bin aber kein ausgewiesener Kenner der Szene.

Mode ist sehr kurzlebig und ein modisches Kleidungsstück überlebt mit viel Glück gerade mal eine Saison.

Wenn ich mich an den Modetrends orientiere, dann versuche ich ein Model so zu entwerfen, dass es sich auch längerfristig halten kann, dass es evtl. zum Klassiker taugt.

Ich hatte zum Beispiel mit „Adelheid“ das Glück, den aufkommenden Trend des Bischoffs-Ärmels direkt aufgreifen zu können. Da mir aber die Bluse alleine mit dem bauschigen Ärmel zu speziell war, habe ich einen zweiten Ärmel dazu erstellt, der nur einen gemäßigten Bausch am Saum hat, die Bluse ist noch dazu leicht zum Kleid verlängerbar; so wird aus einem sehr speziellen Modetrend ein wandlungsfähiges vielseitiges Schnittmuster.

So etwas mag ich!

Welches ist dein Lieblingsschnittmuster aus Deiner eigenen Kollektion?

Monika: Tatsächlich immer gerade das an dem ich arbeite.

Wenn ich schreibe, „das ist mein Lieblingsschnittmuster“, heißt es nicht zwangsläufig, dass ich es ständig trage oder jede Woche nähe.

Wahrscheinlicher ist es, dass ich es seit der Erscheinung des E-Books nicht mehr genäht habe.

Es ist mein Beruf und meine Leidenschaft Schnittmuster zu entwickeln, also bin ich kontinuierlich daran, neue Ideen auszuprobieren und zu verwirklichen.

Ist die Arbeit an einem Schnittmuster abgeschlossen, wenn es endlich so perfekt ist, wie ich es mir vorgestellt habe und es veröffentlicht ist, verliert es meistens seinen Reiz für mich. Außer der Else vielleicht, von der ich nicht loskomme…

Welches ist Dein Lieblingsschnittmuster anderer?

Monika: Ein viel geliebtes Schnittmuster ist die Hudson Pants von True Bias. Die Hose gibt es für Damen, Herren und Kinder und wird seit Jahren in der Weihnachtszeit hervorgeholt, um die Familien-Pyjamahosen zu nähen.

Du hast es geschafft, aus der Else fast so etwas wie eine Marke zu machen. Das Schnittmuster ist ja schon ein paar Jahre auf dem Markt, aber dennoch ist es nach wie vor sehr angesagt und wird vermutlich häufiger genäht als je zuvor. Das ist meiner Wahrnehmung nach ein ganz besonderes Phänomen in dieser sonst recht schnelllebigen Szene. Wie würdest Du das beschreiben? Hast Du das von Anfang an so geplant?

Monika: Wenn ich es geplant hätte, würde ich den Trick nicht verraten. Das wäre toll! Nein, leider hat man es nicht in der Hand, ob ein Schnittmuster gut ankommt oder nicht. Die Else war mein zweites Schnittmuster, das ich auf den Markt gebracht habe. Das erste, Joggingrock Etta ging still und heimlich online, mit Illustrator erstellt, einen Blogpost, kaum Werbung. Die Else hatte ich im Vorfeld schon mal gepostet und gute Resonanz bekommen. Dennoch war es ein großer Schritt das Schnittmuster professionell zu bearbeiten. Damals hatte ich noch kein Schnittprogramm, habe also den Papierschnitt zu einer Direktrice in Berlin geschickt, dir mir die Größensätze erstellt hat. Ich habe lange überlegt ob ich den Geldbetrag, also ihr Honorar investieren soll. Jerseykleider gab es damals auch schon viele, wer sollte also noch eines kaufen?

Schlussendlich habe ich es für mich gemacht. ICH wollte dieses Kleid haben und es mindestens 7-mal nähen…

Es gab zu der Zeit ein paar Schnittmuster-Namen die immer aufploppten und ich hab schon überlegt, wie cool das wäre, wenn sich die Else entsprechend etablieren würde. Ich weiß noch, wie ich nachts in unserer Küche in Emden saß und am 1. Mai 2014 um 0:00 den „jetzt veröffentlichen“ Button bei Dawanda gedrückt und gespannt auf den ersten Käufer gewartet habe. Und tatsächlich hat es kurze Zeit später „ping“ gemacht und seitdem nicht mehr aufgehört. Die Else ist nach wie vor mein beliebtestes Schnittmuster, was mich sehr stolz und glücklich macht!

Ich kann nur mutmaßen woran es liegt… und vielleicht hätte sich alles anders entwickelt, wenn ich dem Schnittmuster einen anderen Namen gegeben hätte. Aus dem Namen Else haben sich mittlerweile so viele Worte und Wortspiele ergeben, die ich mir hätte nicht besser ausdenken könne, hätte ich es geplant. Auch der Elsenherbst, der jedes Jahr im September stattfindet, erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Es ist also ein kleine Community der Elsenschwestern entstanden, die anscheinend auf irgendeine Weise verbindet.

Du bist, genau wie ich und so viele andere hier, eine One-Woman-Show. Ich nehme an, auch Du kennst diese lästigen Zweifel und Sorgen, wenn es mal ein paar Tage ruhiger wird im Business. Und trotzdem arbeitet man im Grunde Tag und Nacht (zumindest gedanklich) Wünschst Du Dir manchmal einen ganz normalen Arbeitsalltag nine to five, bei dem die Verantwortung jemand anders trägt?

Monika: Oh ja, in der Tat. In der letzten Zeit, vor allem nach dem Aus von Dawanda, der Provisionserhöhung bei Makerist und der Sommerflaute, von der man hier und da hörte, habe ich sehr ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, alles hinzuwerfen und mir einen „vernünftigen“ Job zu suchen. Glücklicherweise bin ich aber eher vom Typ „aufstehen, Krone richten, weitermachen“, habe die negative Energie umgewandelt und vor kurzem meinen eigenen Online-Shop eröffnet. Nun habe ich zumindest das Gefühl, das Zepter wieder zum Teil in der Hand zu haben und bin nicht einer Plattform ausgeliefert, was ich eben auch als Angestellte wäre – ich bin schon gern Selbstständig und mein eigener Herr. So kann ich meine Planung in diesem Jahr trotz allem wieder so gestalten, dass die Adventszeit ein wenig stressfreier vonstatten geht als in den Jahren, in denen ich noch fest angestellt gearbeitet habe.

Wenn ja, in welchen Momenten liebst Du Deinen Job?

Monika: Immer dann wenn etwas so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe ein ziemlich gutes visuelles Vorstellungsvermögen, das bei Farben und Stoffen wunderbar greift, bei Schnittmustern aber noch ein wenig ausbaufähig ist. Bei meinem aktuellen Test für die Elsenschwester03 ist der erste Teil schon mal ein voller Erfolg gewesen.

Und dann natürlich, wenn ich meine Begeisterung für eine Idee weitergeben kann. Wenn der erste offiziell gekaufte und vernähte Schnitt gepostet wird und bei der Kundin die gleiche Begeisterung hervorruft wie bei mir. Das ist jedes Mal wieder sehr aufregend!

Wenn mein Tag (für einen begrenzten Zeitraum) 48 Stunden hätte, dann würde ich:

Monika: …ans Meer fahren und aufs Wasser schauen!

Der Anteil selbstgenähter Teile in meinem Kleiderschrank beträgt  xxxx  %

Monika: Weniger als man von einer Schneiderin erwarten würde. Eigentlich sollte man ja annehmen, dass über 90% meiner Garderobe selbstgenäht wäre. Schließlich nähe ich schon seit bestimmt 30 Jahren, noch dazu habe ich es gelernt, also fallen mir sicherlich viele Dinge leichter als anderen. Jedoch ist es eher so, dass, wenn man beruflich viel näht, die Entspannung am Feierabend tatsächlich vom Yoga kommt oder davon, dass man einfach etwas kauft, was man sofort anziehen kann…

Monika: Liebe Lara, ich freue mich sehr, dass uns unsere Leidenschaft zusammengeführt hat und ich deinen Laden-Geburtstag mit Dir feiern darf. Auch wenn wir uns noch nicht seit xJahren kennen, so freue ich mich über die wunderbaren gemeinsamen Aktionen, die hinter uns liegen, deine Freundschaft, unseren sehr konstruktiven Email-Austausch und freue mich sehr über die Berlin-Bremen-Connection, die im neuen Jahr in eine nächste Runde gehen wird!

Herzlichen Glückwunsch und auf weitere erfolgreiche mit den wunderbaren Stoffen, die du immer für uns aussuchst!

 

Schnittmuster: elsenschwester01 und Else, schneidernmeistern

Material Elsenpulli: kuschelweicher Streifenstrick, heute (29.11.) mit 15% Rabatt

Material elsenschwester01: Tencel in olivgrau

verlinkt mit: sewlala, Du für Dich

Wenn Ihr auch die anderen 1000stoffgeburtstagsprojekte anschauen wollt, dann klickt Euch einfach durch:

Montag, 26.11. „Die kleine Schwarze“ bei Mein anderes ich

Dienstag, 27.11. wrapped Hose bei eleonore creative

Mittwoch, 28.11. Cheyenne Tunika bei naadisnaa

Es wird es international! Nachdem wir gestern viel vom Schnittduett und vorgestern viel von ellepuls erfahren haben, habe ich heute Annika von Näh-Connection im Interview. Sie ist selber keine Schnittmusterdesignerin, sondern so etwas wie ein internationaler Schnittmusterscout, sie spürt interessante englische Schnitte auf, verhandelt mit den entsprechenden Labels, übersetzt die Schnitte ins Deutsche und vertreibt sie hier.

So z. B. auch das Schnittmuster für die Cheyenne von Hey June Patterns, die sich Kathrin von naadisnaa aus beerenfarbenem Flanell für die 1000stoffparty genäht hat. Mir gefällt ihre Tunika ungeheuer gut, genau die richtige Mischung zwischen lässig und wertig, mit so viel Liebe zum Detail, ein Teil für jeden Tag und zum richtig Wohlfühlen.

Aus gegebenem Anlass gibt es übrigens 15 % Rabatt auf alle Flanells im Shop :-). Und Annika hat uns ein ebook für die Cheyenne zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Zum Gewinnen einfach bei Instagram @1000stoff schauen und kommentieren.

Aber jetzt zu Annika. Wir haben uns sogar schon persönlich kennenlernen dürfen und zwar hier bei mir im Laden. Bei einem Berlinbesuch hat sie mich mit ihrer ganzen (damals noch um 1 Person kleineren) Familie besucht und wir hatten einen sehr netten Plausch. Es war eine dieser Begegnungen mit der Erkenntnis: sie ist ja wirklich so nett wie sie in den sozialen Netzwerken wirkt :-)

Deine Idee ist ja genial. Der internationale Schnittmustermarkt ist riesig, aber viele schrecken vor englischen Anleitungen zurück, denn selbst wenn man einigermaßen Englisch spricht, ist das Fachvokabular doch noch mal etwas anderes. Diese Schnitte auf Deutsch anzubieten, ist sehr clever. Wie bist Du auf die Idee gekommen?

Ich bin selbst zuerst über englische Nähblogs und -schnitte gestolpert. In der Tat habe mit dem Nähen begonnen, weil ich kaum glauben konnte, was für tolle Sachen, die für sich und ihre Kinder genäht haben. Ich kannte lange Zeit für vieles deshalb auch nur den englischen Begriff. „Bias Tape“, „right sides together“ oder „pin and sew“ waren für mich das normalste auf der Welt. Erst viel später habe ich die deutschen Nähblogs entdeckt und festgestellt, dass diese beiden Blog- und Nähwelten in vielem sehr unterschiedlich sind und die meisten kaum mit englischen Schnitten nähen. Da ich zu dem Zeitpunkt bereits viele englischsprachige Blogger und Designer gut kannte, lag es nahe, mit ihnen gemeinsam an Übersetzungen zu arbeiten.

Wie gehst Du vor? Gehst Du auf die Schnittmusterlabel zu und übersetzt die Anleitungen dann selbst?

Ja, in fast allen Fällen läuft es genau so. Ich schreibe die Designer an, stelle mich und mein Konzept vor und übersetze dann für sie. Die Designer bekommen dann von jedem verkauften Schnitt einen Anteil.
Manchmal, z. B. bei itch to stitch oder sew sweetness, haben die Designer jedoch schon deutsche Übersetzungen von einigen ihrer Schnitte. Dann übernehme ich diese direkt.

Wie wählst Du die Schnittmuster aus, die Du in Deutscher Übersetzung anbietest?

Puh, da spielt vieles mit rein. Einerseits möchte ich gern Schnitte, die etwas Besonderes sind, die es so noch nicht in Deutschland gibt. Andererseits versuche ich natürlich auch eine gute Mischung in den Shop zu bekommen. Normalerweise plane ich eine ganze Weile im Voraus, welche Schnitte ich wann übersetze und rausbringe, aber du weißt ja: „Erstens kommt es anders und zweitens als du denkst.“ Da macht die eine Designerin doch noch einen Rückzieher, weil sie grad nicht so viel Zeit hat, die nächste schickt mir eine überarbeitete Version eines Schnittes, bei der plötzlich die Anleitung ganz anders aufgebaut ist und dann sehe ich noch einen tollen neuen Schnitt, den ich einfach sofort haben möchte.

Inwieweit beeinflussen Dich hier aktuelle Modetrends?

Eigentlich achte ich nicht mehr allzu sehr auf aktuelle Modetrends. Ich folge jedoch einer riesigen Menge englischsprachiger bzw. generell internationaler Nähblogs und bin ja immer auf der Suche nach neuen Schnitten. Da viele Designer sich sehr wohl an aktuellen Trends orientieren, gibt es auch bei den Schnitten oft sehr eindeutige Trends. Interessanterweise sind diese aber nicht immer genau so auch in Deutschland zu finden. Im englischsprachigen Raum hat zum Beispiel in den letzten Jahren praktisch jeder Designer mindestens einen Jumpsuit oder Overallschnitt rausgebracht. Die gibt’s hier natürlich auch, aber es ist nicht ganz so ein Massenphanömen. Ob also ein internationales Design hier landet, ist manchmal gar nicht so leicht abzuschätzen.

Welches ist dein Lieblingsschnittmuster aus Deiner Kollektion?

Woah, jetzt wird’s schwierig. Also einen einzigen kann ich da nicht aussuchen. Machen wir einen aus jeder Kategorie? Für mich selbst mag ich den Opal Cardigan am liebsten. Der ist einfach perfekt für all die schönen Jacquards, die in den letzten Jahren so aufgetaucht sind. Ich hab ihn inzwischen in allen möglichen Längen und trag ihn gerade in der Übergangszeit, aber auch jetzt im Winter abends zum gemütlichen Einkuscheln auf dem Sofa total gern. Für meine Töchter mag ich das Janie Dress, ein Jerseykleid mit Tellerrock und ganz vielen Ausschnittvarianten sehr, sehr gerne. Und für meinen Sohn muss jedes Jahr mindestens ein Beachy Boatneck, ein lässig geschnittenes Shirt mit U-Bootausschnitt und abgerundetem Saum, her.

Du betreibst Naehconnection ja noch nicht hauptberuflich. Könntest Du Dir das vorstellen? Aus eigner Erfahrung weiß ich, dass die Projekte, die man mit Leidenschaft betreibt, einen fast in jeder Minute des Tages gedanklich begleiten. Ich stelle mir den Spagat zwischen Familie, Herzensprojekt und Beruf sehr schwierig vor und habe daher höchsten Respekt.

Ohja, da hast du so Recht. Aktuell bin ich ja in Elternzeit. Unsere kleinste Maus wird demnächst ein Jahr alt. Genau aus den von dir oben aufgeführten Gründen nehme ich dieses Mal drei volle Jahre Elternzeit, während ich bei den Großen jeweils nach einem Jahr zurück zum Arbeiten an die Uni gegangen bin. Da ich nach München pendeln muss (knapp 2h einfach), ist das für die Familie nicht ganz einfach. Eigentlich wollte ich ja schon immer Wissenschaftler sein und hab das auch mit viel Begeisterung gemacht, aber in den letzten Jahren ist Näh-Connection wirklich immer wichtiger für mich geworden und kann ich mich dort mehr verwirklichen. Mein Wunsch ist also inzwischen schon, mich voll auf Näh-Connection zu konzentrieren. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob ich Näh-Connection hauptberuflich betreiben kann oder ob ich eher wieder in die Wissenschaft einsteige und dann den Shop schließe.

Wenn mein Tag (für einen begrenzten Zeitraum) 48 Stunden hätte, dann würde ich:

… mich freuen, dass der Vormittag endlich mehr Stunden hat, die ich zum Arbeiten nützen kann. Nach dem Essen und Hausaufgaben machen würde ich mit den Kindern direkt in die Berge zum Wandern oder Skifahren düsen bzw. bei schlechtem Wetter zum Schwimmen ins Hallenbad gehen. Und abends, wenn dann die Kinder im Bett sind, würde ich zuerst endlich mal in Ruhe ein Gespräch mit meinem Mann zu Ende führen und dann, während er sich Männersendungen auf DMAX anschaut, nähen, nähen, nähen.

Der Anteil selbstgenähter Teile in meinem Kleiderschrank beträgt 50%.

Ich kaufe zwar schon seit längerer Zeit kaum mehr Kleidung, aber in Sachen Nachhaltigkeit fände ich nichts fragwürdiger, als nun plötzlich all die Kaufklamotten, die ich schon habe, in die Tonne zu kippen. Hier wird einfach Stück für Stück ersetzt…

 

Schnittmuster: Cheyenne Tunika

Material: Baumwollflanell Robert Kaufman, heute (28.11.) alle Flanells mit 15% Rabatt

Wenn Ihr auch die anderen 1000stoffgeburtstagsprojekte anschauen wollt, dann klickt Euch einfach durch:

Montag, 26.11. „Die kleine Schwarze“ bei Mein anderes ich

Dienstag, 27.11. wrapped Hose bei eleonore creative

 

Nachdem wir gestern viel von Elke Ellepuls lesen durften, habe ich heute ein Duo im Interview. Grund für meine Interviewpartnerinnen ist Viviens Schnittmusterwahl, sie hat eine großartige „Wrapped Hose“ vom Schnittduett genäht. Ich gebe offen zu, dass ich noch keine dieser Hosen im Schrank hängen habe, aber wenn ich diese hier sehe, dann ist das eigentlich ein unhaltbarer Zustand und damit wandert sie ganz oben auf meine To-Sew-Liste. Ich halte Euch auf dem Laufenden :-)

Vivien hat für ihre „wrapped“ eine sehr schicken Popelinestoff aus Baumwolle und Viskose mit einem geringen Stretchanteil (für eine besonders gute Passform) gewählt, der meiner Meinung nach perfekt ist für Hosen (aber auch Kleider etc..). Den gleichen Stoff gibt es in unterschiedlichen Farben und heute mit 15%  Rabatt für Euch.

Auf Instagram darf ich bei @1000stoff wieder ein ebook für die Hose verlosen, also hüpft auch dort noch rasch vorbei!

Aber jetzt zum Interview:

Anja und Selmin bilden gemeinsam das Schnittduett, das gestern mit seiner dritten Kollektion an den Start gegangen ist. Anja habe ich leider noch nicht persönlich getroffen und Selmin auch nur für einen kurzen Plausch auf der h & h in Köln, aber ich bin mir sicher, das holen wir bei nächster Gelegenheit nach.

Woher nehmt Ihr Eure Inspiration?

Anja + Selmin: Das ist ganz unterschiedlich. Oft sind es Frauen, die uns auf der Straße begegnen oder in unserem Freundeskreis, die ein tolles Teil tragen oder kombiniert haben. Es kann dann auch schon mal passieren, dass wir uns Samstags vom Wochenmarkt ein Foto einer Frau zusenden, deren Jacke uns gefällt und die netterweise für uns posiert hat. Wir lassen uns natürlich auch von aktuellen oder kommenden Trends aus der Modewelt inspirieren und fokussieren uns auf die Details und Schnitte, die wir beide schon immer mögen und auch selbst tragen würden. In jeden Schnitt fließt etwas von uns beiden ein. Alle unsere Kollektionen enthalten Elemente, die wir beide schon immer einmal im Kleiderschrank haben wollten.

Inwieweit beeinflussen Euch aktuelle Modetrends?

Anja + Selmin: Alleine durch das Blättern durch Zeitschriften, Pinterest und den täglichen Blick in unsere Social Media Kanäle werden wir im Überfluss mit den aktuellen Trends konfrontiert. Natürlich spielt das dann auch beider Kollektionserstellung eine Rolle, wenn auch eine untergeordnete. Denn es ist uns zwar wichtig, dass unsere Schnitte auch mit aktuellen Trendstoffen und -mustern genäht werden können. Dennoch versuchen wir, die Schnitte zeitlos und wandelbar zu designen, damit die Stücke für die Schnittduett-Kundinnen lange tragbar sind. Teile für die Ewigkeit.

Welches ist Euer Lieblingsschnittmuster aus Eurer eigenen Kollektion?

Selmin: Oh Gott, das kann ich nicht sagen, ich hab sie alle gleich lieb. Aber man munkelt, dass ich schon eine stolze Sammlung Wrapped Hosen in meinem Kleiderschrank habe.

Anja: Es kommt auf die Jahreszeit an. Aber ich glaube, ich werde unsere neue Modular Collection hoch und runter nähen. Es gibt so viele Kombinationsmöglichkeiten, dass mir die Ideen sicher nicht so schnell ausgehen. Und die ganzen Pattern-Hacks, die wir für die anderen Schnitte noch im Kopf haben. Lasst Euch überraschen.

Welches ist Euer jeweiliges Lieblingsschnittmuster anderer?

Selmin: Ich liebe das Kalle Shirt Dress von Closet Case Patterns, ein puristischer Klassiker in mehreren Versionen in meinem Kleiderschrank.

Anja: Ich mag mein Reeta Dress von named sehr gerne. Ich habe es in meinem Blogpost das „Wohnzimmerkleid“ genannt, weil es einfach so verdammt bequem ist.

Ihr arbeitet als Duett zusammen. Das finde ich eine mutige Sache, da man im kreativen Prozess ja auch sehr persönlich arbeitet. Wie habt Ihr Euch gefunden, bzw. wie seid Ihr auf die Idee gekommen gemeinsame Sache zu machen? Hat jeder von Euch seine Schwerpunkte oder entwickelt Ihr Eure Projekte größtenteils gemeinsam?

Selmin: Ich finde eher die Leute mutig, die ganz alleine so ein Business, gerade in der Handarbeitsbranche starten. In meinen eigenen freiberuflichen Dingen finde ich es ganz schwer, Entscheidungen alleine zu treffen. Mit Anja kann ich mich immer austauschen. Für mich ist es wichtig, beim gemeinsamen Arbeiten das Konkurrenzdenken auszuschalten und sich gemeinsam ein Ziel zu definieren, auf das man zusammen hinarbeiten möchte. Das bedeutet auch, dass ich Platz mache für dieses gemeinsame berufliche Ziel.

Anja hat mir vor zwei Jahren eine Mail geschrieben, ob ich Lust hätte auf einen gemeinsamen Kaffee. Wir kannten uns bis dahin nur von eins bis zwei Treffen auf Bloggerveranstaltungen. Wir waren beide Kölnerinnen und fanden uns beide sympathisch. Beim gemeinsamen Kaffeetermin haben wir einander von unseren beiden Visionen erzählt und irgendwann kam die Idee einer kleinen gemeinsamen Kollektion. Es sollte eigentlich eine kleine Pop-Up Collection werden, die nur ca. 4 Monate auf dem Markt ist. Ich bin total beflügelt nach Hause, hab Ideen zusammengeschrieben, und bei unserem nächsten Treffen standen schon die ersten Entwürfe. Es hat allerdings ein Jahr gedauert, bis wir unsere Kollektion so rund hatten, dass wir starten konnten. Durch all die Arbeit, die wir hineininvestiert haben, haben wir beschlossen, dass wir doch länger das Schnittduett bleiben möchten. Wir haben einen Vertrag aufgesetzt, was eine großartige Idee war, denn das führte dazu, dass nicht nur alle Träumereinen miteinander geteilt werden, sondern auch die Dinge, die wichtig für die jeweilige andere sind. Es wurden offen Ängste und Bedenken ausgesprochen und alles vertraglich festgehalten.

Anja: Natürlich kann man zu zweit nicht jede Spinnerei, die einem selbst in den Kopf kommt, direkt umsetzen. Man muss diskutieren und Kompromisse eingehen. Aber das kann auch gut und nützlich sein.

Denn oft reicht ein Blick der anderen, der einem sagt: „What?? Du spinnst wohl!“ Und schon arbeitet man wieder fokussiert am eigentlichen Projekt ohne sich zu verzetteln. Ich finde die gemeinsame Arbeit und der Austausch helfen enorm dabei, die Projekte auf den Punkt und zielstrebig umzusetzen. Oder aber, ganz umgekehrt, der Blick des anderen bekommt den gleichen irren Ausdruck und wir springen kopfüber gemeinsam in die Idee, um das ein oder andere kleine Projekt dazwischen zu schieben. Glücklicherweise sind wir beide ähnlich verrückt.

Wir haben feste Routineaufgaben, die wir aus Effizienzgründen nach Erfahrung und Fertigkeiten des jeweils anderen aufgeteilt haben. Aber der andere schaut immer noch einmal drüber, weil vier Augen besser als nur zwei sind. Wir ergänzen uns hier einfach ganz wunderbar.

Nun ist Schnittduett bei Euch beiden ja nur ein Teil des Jobs, Ihr habt beide noch andere Schwerpunkte, die Ihr unabhängig voneinander verfolgt. Hut ab! Sich selbstständig und hauptberuflich in dieser DIY Szene zu behaupten, ist meiner eigenen Erfahrung nach ein Job ohne Feierabend. Ideen hätte ich selber auch noch Hunderte, aber mir fehlt schlichtweg die Zeit. Wie schafft Ihr das?

Anja + Selmin: Beim Annehmen von neuen Projekten oder Anfragen priorisieren wir schon. Gerade in der Zeit vor Erscheinen einer Kollektion, sind wir beide ziemlich unter Strom und die Schnitte benötigen unsere ganze Aufmerksamkeit und Konzentration. Da werden auch schonmal Anfragen abgelehnt und die ganze Kraft ins Schnittduett gesteckt. Trotzdem leistet jeder immer nur das, was er gerade in seiner beruflichen und persönlichen Situation leisten kann.

Wir haben uns grobe Ziele gesetzt aber beide von Anfang an gesagt, dass wir uns gerade im ersten Jahr nicht unter Druck setzen möchten und das Tempo fahren, das uns möglich ist. Dazu müssen wir viel kommunizieren. Wir haben von Anfang an vieles vertraglich festgehalten, damit bestimmte berufliche Dinge geklärt sind, bevor es zu Missverständnissen kommen kann. Wir sprechen anderweitige berufliche Projekte vorher miteinander ab, so dass der andere weiß, wieviel Power in welchen Phasen ins Schnittduett fließen kann. Es gibt immer Zeiten, in denen die andere mehr macht und dann wieder weniger, weil es beruflich oder privat nicht anders geht. Und das ist auch das, was wir bei der Zusammenarbeit zu zweit schätzen. Es ist immer jemand da, die den Rücken freihält. Und auch immer eine, die sagt: Jetzt mach mal Feierabend, morgen ist auch noch ein Tag. Und wenn beide gerade nicht können, dann bleibt die Arbeit halt auch mal liegen.

Wenn Euer Tag (für einen begrenzten Zeitraum) 48 Stunden hätte, dann würdet Ihr:

Endlich mal die vollen 24 Stunden für unsere Ideen, Projekte und To-Dos verwenden um mehr und schneller in die Umsetzung zu gehen. Freizeit, Familie, Schlafen, Essen und Atmen passt ja dann in den anderen 24 Stunden.

Der Anteil selbstgnähter Teile in Eurem Kleiderschrank beträgt  wieviel Prozent?

Selmin: Ich glaube, es sind so 80% – 90%:-)

Anja: Ich denke, es sind ca 50%? Aber stetig wachsend, weil ich kaum noch etwas kaufen kann, ohne den Gedanken „Ach, mache ich selbst“.

 

Schnittmuster: Wrapped Hose, Kollektion „Wrapped“ vom Schnittduett

Material: heute mit 15% Rabatt: Popeline mit Stretchanteil