Ab und zu schlägt mein Architektenherz durch und ich muss Varianten probieren, Schnitte ändern, Details dazu erfinden. So auch kurz vor Weihnachten, als ich die erste dieser Field Belt Täschchen ohne Gürtel, aber auch vor allem ohne Riemen genäht habe. Der Riemen ist toll, aber für den schnellen Gebrauch recht umständlich. Also Austausch durch Loxxknopf, aber das geht ja gar nicht so einfach, wenn man den Schnitt ansonsten beibehalten will. Ok, man hätte auch umdisponieren können, aber wenn einen schon mal der Ehrgeiz packt, dann muss man eben ein wenig denken vor dem Nähen :-)

Das Schnittmuster habe ich nicht verändert. Also klar, ich habe den Tunnel für den Gürtel weggelassen, aber den könnte man auch genauso beibehalten. Ich habe lediglich die eine Seite verlängert, damit der Loxx- oder Druckknopf sinnvoll angebracht werden kann. Außerdem habe ich der Gestaltung wegen zwei unterschiedliche Seiten gewählt, aber es funktioniert natürlich auch mit einem einheitlichen Außenstoff.

Eine Seite des Außenstoffs (in meinem Fall der Dry Oilskin Storm) wird einfach 10cm länger zugeschnitten (Bild 1). Ansonsten alle Maße unverändert. Diese 10cm markiere ich dann (auf der linken Stoffseite, in meinem Fall egal) entsprechend um die Länge der Foldline (zum Umklappen des Außenstoffs) nach innen und teile sie in 2x 5cm ein (Bild 2).

Ich falte den Stoff an der Mittellinie (Bild 3) rechts auf rechts (in meinem Fall egal), stecke ihn fest und steppe ihn von genau der Markierung mit leicht gerundeter Ecke einmal ringsherum bis genau zur anderen Markierung zusammen. An der Bruchkante wird sehr schmal abgesteppt (Bild 4).

Die Nahtzugabe wird präzise eingeknipst (Bild 5 und 6) und der Stoff gewendet. Die runden Ecken schön rausarbeiten :-).

Nun auseinanderklappen, so dass die Gesamtgröße des Stücks der Größe des anderen Außenstoffteils entspricht (Bild 7 und 8) und diese rechts auf rechts aufeinanderstecken und steppen. Von nun an eigentlich genauso weiter, wie auch die field belt Anleitung es vorgibt.

Beim Wenden sieht man, dass sich eine sehr saubere Dreieckslösung ergeben hat und die eingefügte Klappe wunderbar an die kurze Seite anschließt.

In die Klappe den Loxxknopf rein, das Gegenstück entsprechend und schon ist das kleine Täschchen fertig.

Viel Spaß beim Nachnähen!

 

Material: Dry Oilskin Storm, Double Face Canvas von Kokka, Loxxknopf

Schnittmuster: field belt von Merchant and Mills

verlinkt mit: Du für Dich am Donnerstag

Es gibt immer wieder neue Ideen. Immer immer wieder. Und damit auch immer wieder neue Schnittmuster und neue Projekte. So auch dieser einfache Rucksack, der costermonger, ein neues Schnittmuster von Merchant and Mills aus England. Ein schnelles und relativ einfaches Accessoire, das durch clevere Details sehr professionell und schick daherkommt.

Genäht aus Dry Oilskin besitzt der Rucksack auch ohne Vlieseline und Futter eine definierte Form und Stabilität. Ich liebe dieses Material ja eh. Einerseits natürlich Stoff, geölter Canvas, andererseits hat es in der Haptik auch etwas von Papier. Auch im Faltenwurf und Knickverhalten. Lässt sich extrem präzise verarbeiten, auch wenn mehrere Lagen übereinander liegen.

Dazu kommt das Hardware Kit mit dem nötigen Zubehör, also den Lederriemen, den Nieten und den Doppelringen, durch die die Lederriemen geführt werden. Es entsteht ein sehr wertiges Teil, das gerade durch die Reduktion der Details wirkt.

Der obere Abschluss funktioniert ganz ohne Verschluss, der Rucksack schießt sich quasi selbst und kann während des Tragens auch nicht geöffnet werden. Auch clever. Wenngleich es natürlich kein Rucksack für längere Wanderungen oder schwerere Einkäufe ist. Soll er aber auch gar nicht sein. Es ist ein Begleiter für die täglichen Dinge, die man immer so dabei hat. So wie andere Leute ihre Stoffbeutel auf dem Rücken tragen. Nur schicker :-)

P.S.: costermonger bedeutet übrigens Straßenhändler…

 

Schnittmuster: costermonger von Merchant and Mills

Material: Dry Oilskin und costermonger Hardware Kit

verlinkt mit: sewlala, dufürdich

Mit der Zeit steigen die Anbrüche.  Wer kennt das nicht?

Am Anfang war man stolz über jede nicht komplett missratene Tasche. Dann kamen die komplexeren Varianten. Mit Reissverschlüssen und mehreren Fächern aus unterschiedlichen Stoffen. Und dann? Mein grundsätzlicher Anspruch besteht ja darin, dass meine selbsgenähten Werke nicht wie selbstgenäht aussehen. Und zwar meine ich damit nicht den Perfektionismus. Es darf schon mal ein bisschen schief sein. Das sind gekaufte Sachen schließlich auch. Nein, ich meine vom Konzept her, von den Materialien und der Kombination zwischen Schnitt und Stoffwahl.

Die professionellen Ansprüche werden von diesem Material, dem Dry Oilskin, einer geölten und damit wasserabweisenden Baumwolle aus England (von Merchant and Mills) komplett erfüllt. Der Stoff ist der perfekte Taschen- (und auch Jacken- und Mantel-) Stoff. Robust, mit Stand, funktional, in der Oberfläche hat er etwas papierartiges. Außerdem wahnsinnig schön. Und wertig.

Genäht habe ich die Jack Tar Bag (Schnitt ebenfalls von Merchant and Mills), eine geräumige Tasche für alle Gelegenheiten. Gefüttert mit kontrastierender Baumwolle in hellen Tönen, damit man auch ohne Taschenlampe gut zurecht kommt.

Das Zubehör bietet ein hardware kit (ich muss nicht erwähnen von wem :-)), so dass man alle Nieten, D-Ringe, den Magnetverschluss und auch den Lederriemen gleich zur Hand hat.

Ihr habt es schon gemerkt, ich bin total überzeugt :-)) Meine neue Jack Tar Bag hat überhaupt NICHTS Selbstgemachtes, im Gegenteil, sie ist richtig professionell, wertig und langlebig. Ein Lieblingsteil für die nächsten Jahre.

 

Schnittmuster: Jack Tar Bag, Merchant and Mills

Material: Dry Oilskin (Merchant and Mills) von 1000stoff

Futterstoff: Baumwollstoff von Art Gallery fabrics, 1000stoff

verlinkt mit: dienstagsdinge, creadienstag, handmade on tuesday