Am Anfang des Jahres habe ich zwei Vorsätze formuliert. Ich wollte vernetzter nähen, also stärker in kompletten Outfits denken als in Einzelstücken. Außerdem wollte ich mich an das Thema Hose heranwagen. Im April habe ich beides kombiniert und herausgekommen ist diese Almost Long Trousers von The Assembly Line aus Schweden.

Bei Hosen ist es ja immer so eine Sache. Gute Passform steht natürlich an oberster Stelle. Dann im Gegensatz dazu aber auch der Aufwand. Ich bewundere diejenigen unter Euch, die sich auch an sehr komplexe Projekte setzen. Ich selbst habe immer nur recht kurze Zeitfenster, aber eine lange to-sew-Liste und finde daher schnelle Projekte durchaus attraktiv. Schnell bedeutet ja auch oft reduziert und das entspricht meinem Stil sowieso (wobei man dies natürlich nicht als Faustregel formulieren darf). Bei Hosenschnitten äußert sich das oft im Verschluss. Schnell = Schlupfhose. Meistens. Diese hier ist auch eine Schlupfhose, aber sehr clever gemacht. Erstens sitzt sie trotzdem recht schmal oben herum und zweitens ist das Gummi im vorderen Bereich, jeweils ca. 12cm zu beiden Seiten des Bauchnabels, nicht unter Spannung, d. h. hier gibt es keine Kräusel, sondern eine flache Front. Und das ist super.

Das Bein sitzt trotzdem locker und in der reduzierten Länge ist es die perfekte Sommerhose. Ich habe einen leichten Denim von Merchant and Mills gewählt. Einen Dress Weight Denim, denn von Jeansstoff hat er eigentlich nur den Look, der Fall entspricht eher einem Kleiderstoff. Sie lässt sich sehr gut zu lässigeren Oberteilen, aber auch zu körpernahen Schnitten kombinieren. Das gestreifte Shirt ist ein kopierte Variante eines gekauften Oberteils, das weiße Top ist das Cuff Top, ebenfalls von The Assembly Line.

Vom Nähtechnischen betrachtet ist man mit diesem Schnitt nicht weit von einem Rock mit Taschen entfernt. Also Kategorie „easy“, für fortgeschrittene Anfänger. Von daher zählt es nicht ganz zu meinem Vorsatz mit der Hosenherausforderung. Aber ich bin trotzdem glücklich!

Da dieses Projekt Teil der #vernetztengarderobe ist, gibt es auch bei Sindy von Mein gewisses Etwas eine Hose zu sehen. Schaut unbedingt auch bei ihr vorbei!

Schnittmuster: Almost Long Trousers von The Assembly Line

Material: Dress Weight Denim von Merchant and Mills

verlinkt mit: Du für Dich

Immerzu näht man sich Kleidungsstücke für drinnen und wenn man dann raus geht, weiß man nicht was man anziehen soll. Klar habe ich Mäntel und Jacken, aber ein sportliches Teil für die Übergangszeit hat mir gefehlt. Eines, das nicht zu warm, dennoch ein wenig wind- und wetterfest ist, gut aufs Fahrrad und trotzdem nicht gleich so ein Funktionsgerät ist. Mit Kapuze und trotzdem schick, diese Beschreibung trifft es ganz gut.

Also passte es perfekt, dass Sindy von Mein gewisses Etwas auch etwas Jackenähnliches braucht und schon war das gemeinsame Thema für die vernetzte Garderobe gefunden. Die Landgate Jacke von Merchant and Mills hat mich schon immer gereizt. Vielleicht weil einer meiner früheren Freunde mal eine ähnliche Jacke hatte? Mag sein, dass ein bisschen Nostalgie dabei war, denn eigentlich sind Jacken mit durchgängigem Reißverschluss möglicherweise praktischer. Diese ist eine Schlupfjacke und man hat sie entweder an oder nicht, denn offen lassen geht in dem Sinne nicht. Aber das stört mich nicht, im Gegenteil, ich mag diese geschlossene Frontansicht sehr.

Ich habe mich insgesamt für die schlichteste aller Varianten entschieden. Keine aufsetzten Taschen und den Tunnel in der Kapuze habe ich zwar genäht, aber noch kein Band eingezogen, denn ich mag es reduziert und zuziehen auf dem Rad schränkt mein Blickfeld zu sehr ein.

Das Material ist natürlich Dry Oilskin, denn das wetterfeste war mir schon sehr wichtig und dieser Stoff ist durch den Wachsauftrag wasserabweisend. Es näht sich vollkommen unkompliziert und sehr präzise, faltet sich an den Nähten sehr flach zusammen und braucht nur beim Nähen etwas mehr Platz, da er sich zwar gut falten aber nicht so gut knautschen lässt. Und man muss sich bei den sichtbaren Steppnähten etwas konzentrieren, denn ich bilde mir ein, dass man Ungenauigkeiten hier stärker sieht als bei anderen Stoffen.

Merchant and Mills konzipiert seine Schnittmuster ja grundsätzlich bereits mit Nahtzugabe – und zwar 1,5cm. Das ist mehr, als ich normalerweise wähle und hat mich an einer entscheidenden Stelle auch fast zur Weißglut gebracht. Vorn gibt es eine gebogenen „Raglannaht“, die nicht klappen will, wenn man die Nahtzugabe intuitiv verkleinert. Mann, habe ich geflucht! Nach 3 Mal auftrennen habe ich die Nahtzugabe hier vor dem Nähen eingekürzt, damit ich nicht zum 4. Mal den gleichen Fehler mache und dann hat es geklappt.

Aber jetzt schaut Euch unbedingt auch Sindy neue Jacke an – auch aufwendige Projekte sind toll und am Ende ist die Befriedigung des fertigen Produkts noch viel schöner als bei schnelleren Klamotten :-)

 

Schnittmuster: The Landgate, Merchant and Mills

Material: Dry Oilskin und Metallreißverschluss, 20cm

verlinkt mit: sewlala

Bei mir läuft´s gerade. Ich habe zwar keine Zeit, aber die Projekte, die ich trotzdem umsetze, werden genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Das ist durchaus nicht immer so. Im Gegenteil, oft hat man ein ganz bestimmtes Bild im Kopf und dann wird es nicht nur irgendwie anders, sondern auch noch irgendwie nicht so schön. Entweder der Schnitt ist nicht optimal, die Größe müsste angepasst werden, der Stoff fällt anders als gedacht – Gründe gibt es etliche. Meistens reichen ja kleine Änderungen und dann wird es trotzdem noch gut, also alles halb so wild. Aber am Tollsten ist es, wenn es auf Anhieb passt. So wie bei diesem V-Neck Dress von Assembly Line aus Schweden.

Für die vernetzte Garderobe waren Sindy (Mein gewisses Etwas) und ich auf der Suche nach dem perfekten Winter- oder Übergangskleid. Perfekt im Sinne von alltagstauglich, bürotauglich, bequem und schick, anziehen und sich angezogen fühlen. Ich trage wahnsinnig gern Kleider, im Laden, zuhause und auch in der Freitzeit wie z. B. beim Fußballturnier meiner Kinder. Ich unterscheide da nicht großartig zwischen dem Businesskleid für den Job und dem Wohlfühlkleid für einen Sonntag daheim. Ok, im Job muss ich kein Kostüm tragen und manchmal bin ich zuhause halt schicker als mein Umfeld:-). Aber genau dieses Unkomplizierte ist mir wichtig.

Dieses Kleid mit dem schönen V-Ausschnitt entspricht diesen Vorstellungen total. Ohne den Bindegürtel hat es eine A-Linie und kann auch wunderbar offen getragen werden. Die Länge reicht bis übers Knie, dadurch bekommt das Kleid etwas angezogenes, ein besseres Wort fällt mir gerade nicht ein. Die Ärmel sind leicht kimonoartig und 3/4 lang.

Aber am besten gefällt mir der Schalkragen, der wirklich einen schönen Ausschnitt formt. Genäht habe ich das Kleid aus meinem derzeitig Lieblingsstoff, einer Popeline aus Baumwolle und Viskose mit einem geringen Stretchanteil. Der wäre eigentlich gar nicht nötig, schadet aber auch nicht. Dezenter Glanz, schlicht und edel. Der Schnitt sieht auch eine ärmellose Variante vor, sie folgt mit Sicherheit in Kürze – hat dann aber nichts mehr mit einem Winterkleid zu tun:-)

Aber jetzt müsst Ihr unbedingt noch bei Sindy vorbei schauen und ihren Beitrag lesen. Ihre Frau Elly werde ich mit Sicherheit auch noch nähen, um dem Schnitt schleiche ich auch schon eine Weile herum…

 

Schnittmuster: V-neck Dress, Assembly Line

Material: Popeline aus Baumwolle und Viskose mit ein wenig Elastan

verlinkt mit: sewlalacreadienstag,

Der erste Monat des Jahres ist vergangen – allein das ist schon unglaublich. Was ist geschehen, was habe ich umsetzen können von meinem Vorsatzkatalog für 2019? Ich bin entspannter gestartet und es fühlt sich auch immer noch gut an. Obwohl ich recht spontan von einem auf den nächsten Tag entschieden habe, nach München zur Munich Fabric Start zu reisen und auch privat einige unvorhersehbare Ereignisse geschehen sind, hat es mich noch nicht zerrissen. Ich werte das als richtig gutes Zeichen und beschließe den Kurs beizubehalten.

Und die vernetzte Garderobe? Ich habe 2 von 4 anvisierten Projekten genäht, das sind nur 50%, aber eben auch immerhin 50% (Glas halb voll und so). Der Plan waren ein warmer Cardigan jOne, dazu passend 2 Shirts und eine Hose. Die Hose habe ich aus unterschiedlichen Gründen in den Februar geschoben und das eine Shirt ist so schön geworden, dass ich statt des Zweiten eine yello_bag genäht habe. Ihr merkt, ich habe ein Talent dazu die Dinge positiv auszudrücken :-))! Mal schauen, wie weit Sindy so gekommen ist? Wir haben den Januar hindurch eher parallel als zusammen genäht. Der Plan ist, mal das gleiche und auch mal unterschiedliche Themen anzugehen, je nachdem, was gerade anliegt.

jONe von Prülla ist richtig schön geworden. Dick und warm zum wärmen und wohlfühlen. Zunächst hatte ich Sorge, dass der Strick zu voluminös sein könnte, aber das war unbegründet wie man sieht. Eine wollige Jacke ist eben eine wollige Jacke. Und selbst im Taschenbereich gibt es keine Konflikte. Das Einzige, das ich auch im Nachhinein noch verfluche, ist der Handsaum. Um den Wulst zu vermeiden, wollte ich ihn auf keinen Fall mit der Maschine nähen. Und das hat deutlich länger gedauert als befürchtet. Ich habe mich selbst in der Turnhalle beim Fußballtraining der Kids als Handarbeiterin geoutet weil ich endlich fertig werden wollte. Aber es hat sich gelohnt, fast unsichtbar würde ich sagen.

Das Shirt ist ein feines Irmchen von echt Knorke, ein Schnitt, den ich schon länger an vielen anderen von Euch bewundert habe. Jetzt habe ich auch eines. Genäht aus diesem weichen feinen Strick mit Streifen. Das Material ist so schön zart, dass es sich perfekt auch für untendrunter eignet. Und wenn bei den anderen die Streifen so perfekt matchen, dann wollte ich das natürlich auch schaffen. Yes! Ein sehr schönes Oberteil, besonders der halbhohe Turtleneck gefällt mir sehr gut.

Und nun, tadaaa! Die Kombination. Ich bin sehr zufrieden, kann beides perfekt zusammen tragen, aber natürlich auch einzeln.

Ihr müsst natürlich auch unbedingt bei Mein gewisses Etwas vorbei schauen. Dort erfahrt Ihr, was aus ihren Plänen geworden ist. Ihr Projekt war ein Blazer, also durchaus ein anderes Kleidungsstück als mein Cardigan, aber beide haben wir eine Indoorjacke mit etwas drunter genäht. Also irgendwie doch das Gleiche :-)

Für den Februar sind wir noch am planen, bzw. müssen wir uns noch zwischen zwei Themen entscheiden. Aber eines ist sicher: es wird spannend und schön! Details dazu in Kürze.

 

Schnittmuster: Cardigan jOne von Prülla, darunter das feine Irmchen von echtknorke

Material: Grober Wollstrick und feiner Streifenstrick

Achtung: Werbung, da ich beide Schnittmuster zur Verfügung gestellt bekam, hier auch verlinke und außerdem auch noch schreibe, dass ich sie toll finde …