Ich komme gar nicht hinterher! Ich bin noch nicht einmal durch mit meiner ersten Top 5 der Nähen-Wollen-Kleider, da gibt es schon wieder neue Schnittmuster, die unbedingt ergänzt werden müssen. Aber immer schön der Reihe nach, denn dieses Kleid, der box pleat dress von The Assembly Line aus Schweden ist einige Wort und vor allem Fotos wert.

Ich erwähne es nicht zum ersten Mal, ich liebe Kellerfalten. Vorn, hinten, oben, Mitte, Seite, ganz egal. Weil auf einer Fläche etwas Dreidimensionales passiert (ich kann meine Herkunft als Architektin halt doch nicht leugnen :-)). Daher war klar, dieses Kleid muss in meinen Kleiderschrank.

Ansonsten ist der Schnitt sehr schlicht gehalten. A-Linie mit rundem Hals und kimonoartig ausgestellten Ärmeln. Es brauchte einen Stoff mit etwas Stand und dennoch natürlich nicht zu fest. Überall sieht man derzeit Glencheck Karos und auch das fällt noch genau in mein Beuteschema: schlicht und grafisch. Der Stoff besitzt eine gewisse Dehnbarkeit, die man für dieses Kleid ob der Weite nun nicht unbedingt benötigt, aber schaden tut sie auch nicht.

The Assembly Line patterns vertreiben ihre tollen Schnittmuster als Einzelgrößenschnitte. Also muss man beim Kauf bereits eine Größenentscheidung treffen. Aber da die Schnitte recht großzügig geschnitten sind, ist das im Grunde kein Problem. Dieses hier ist eine M, wobei ich genauso eine S hätte nähen können (und vielleicht auch sollen. Wobei mich die Weite nicht stört, auch eine S wäre weit gewesen und das ist ja auch so gewollt).

Auch die anderen Schnittmuster dieses Labels sind wahnsinnig schön. Eine absolute Neuentdeckung. Sprechen mich total an, fast alle. Ich scheine 100%ig ihrer Zielgruppe zu entsprechen. Auch ein schönes Gefühl! Da wird die Versuchung, mir etwas im Laden zu kaufen, immer geringer und die Bestätigung der slowfashion immer größer. Weil es nämlich auch selbstgenäht perfekt geht – auch wenn man hohe Ansprüche hat!

Schnittmuster: box pleat dress, the assembly line patterns

Material: Glencheck mit Stretchanteil

verlinkt mit: sewlala, dufürdich

Ein Mantel ist ja immer ein größeres Projekt – und nach getaner Arbeit ist Stolz angemessen. Aber es muss nicht immer komplex sein. Dieser Mantel „The Strand“ von Merchant and Mills ist ein großartiger Schnitt. Ganz schlicht und dennoch mit cleveren Details. Vielleicht gefällt er mir auch so besonders gut, weil ich vor etlichen Jahren mal einen sündhaften teuren Mantel hatte, der diesem hier sehr ähnelt? Das trifft es genau, denn vor allem bei derart prominenten Kleidungsstücken bin ich äußerst anspruchsvoll. Selbstgemachter Look geht hier gar nicht, dann ziehe ich es nicht an. Es muss alles stimmen, nicht nur die Passform, sondern auch das Material, die Details und die Verarbeitung.

Bei der Verarbeitung kann man sich entweder verkünsteln – oder man trifft auf einen schlauen Schnitt:-) Die 4 Taschen sind allesamt in die Nähte eingelassen und der Ausschnitt wird mit Beleg ganz einfach verstürzt. Dadurch kann sehr präzise gearbeitet werden. Was dazu beiträgt, dass das Ergebnis am Ende sehr professionell wirkt. Nichts ist schlimmer, als unsauber eingesetzte Taschen, an deren Ansatz sich Falten oder Knubbel ergeben. Es gibt Taschen seitlich in der leicht nach vorn gezogenen Seitennaht und nochmals kleinere Taschen von oben in der horizontalen Teilungsnaht.

Verschlossen wird der Mantel mittels kleiner unauffälliger Haken vorn, die zwischen Vorderteil und Beleg gefasst sind. Keine Verschlusslösung für den tiefsten Winter, aber perfekt für jetzt oder für kurze Wege, oder auch mal als Mantelblazer für innen. Oder mit dickem Schal – geht immer!

Genäht habe ich den Mantel aus Trench Dry Oilskin, einem geölten Baumwollstoff, dem leichteren Bruder des Dry Oilskin. Ein Material mit ein bisschen Stand, wie man sieht. Aber genau das wollte ich für den Schnitt. Damit die Form auch zum Ausdruck kommen kann. Es ist kein Innenfutter vorgesehen und damit die Kanten innen trotzdem schön sind, habe ich sie mit Schrägband versäubert.

Vielleicht nähe ich auch irgendwann noch einmal eine gefütterte Variante. Jetzt jedenfalls freue ich mich erstmal auf diesen Mantel hier!

 

Schnittmuster: Mantel „The Strand“ von Merchant and Mills

Material: Trench Dry Oilskin, Farbe Midnight (dusty petrol)

verlinkt mit: sewlala, dufürdich

 

 

 

11 Schwestern müsst Ihr sein! Das ist das Motto der diesjährigen Elsenparty. Aber bevor ich zu den Schwestern komme, zeig ich Euch mein neues Kleid.

Ich liebe die Else schon lange. Und immer noch. Ich habe mittlerweile 7 vielgetragene Elsen im Schrank, die Neue nicht mitgerechnet. Und ich bin mir sicher, damit liege ich innerhalb der Elsenfangemeinde eher im unteren Bereich. Einmal Else, immer Else. Und dennoch ist es erstaunlich, dass einem immer wieder eine neue Variante einfällt. Natürlich motiviert das Baukastensystem von schneidernmeistern eindeutig zum Variieren und Experimentieren. Doch trotzdem muss einem ja etwas einfallen.

Es ist ein Elsenzweiteiler geworden. Ich wollte unbedingt eine gestreifte Skaterelse probieren. War mir jedoch nicht sicher, ob mir das an mir gefällt. Hatte Zweifel daran, ob der Rockansatz auf meinen Geschmack bezogen die richtige Höhe besitzen würde. Daher habe ich beide Teile zunächst separat genäht und vor allem auch zur Sicherheit länger zugeschnitten (jeweils ca. 10cm). Und siehe da, so ist es geblieben. Gleich bei der ersten Anprobe fand ich es super. Gerade auch weil beide Teile vom Stoff her so kontrastieren. Sie passen perfekt zusammen, aber zusammengenäht wirkt der Kontrast deutlich stärker. Bei schwarz und schwarz hätte ich mich womöglich anders entschieden. Und für gestreift und gestreift war ich nicht mutig genug. Wobei, als Kombi geht es auch, oder?

Genäht habe ich es aus Romanit, dem perfekten Kleidermaterial, weil Romanit einerseits dehnbar, andererseits schön fest und mit guter Rücksprungkraft gar nicht leiert. Ein bisschen Schwere besitzt das Material auch, so dass der Rock schön runter fällt und der Teller gleichzeitig schwingt, wenn ich will :-).

Habt Ihr denn schon meine Elsenschwester gefunden? Dann schaut unbedingt mal bei der lieben Sindy von Mein gewisses Etwas vorbei! Sie hat auch eine wunderschöne Else genäht und gemeinsam sind wir auf digitale Elsensafari gegangen.

So und jetzt noch zu den Hardfacts für Euch: Ab heute gibt es das neue Elsen Ebook auch bei 1000stoff und zwar bis 28.09. zum Einführungspreis von 6,65€. Außerdem 15 % auf  alle Romanitstoffe hier im Shop.

Schnittmuster: Else von Schneidernmeistern, bis 28.09. 30% Rabatt auf das Ebook

Material: Romanit gestreift und uni schwarz

Manchmal werden Projekte überraschenderweise besser als erwartet, manchmal natürlich auch enttäuschender. Und dann gibt es noch die Projekte, die genau so werden, wie man es sich vorgestellt hat. Diese Frau Isa von fritzischnittreif ist so ein Teil. Genau so einen Sweater wollte ich.

Lässig für kühle Momente in der warmen Jahreszeit. Oversized, damit man ihn schnell mal überwerfen kann, auch über weitere Kleider und Shirts. Nicht zu leicht, nicht zu schwer. Da ich gerade so auf Streifen stehe, musste es dieser gestreifte Romanit in schwarz weiß sein. Romanit ist ein Strickstoff auf Viskosebasis, also zwar schwer, aber auch nicht zu warm. Das Material bringt einen gewissen Stand mit sich, perfekt für den oversized Effekt.

Am Halsausschnitt habe ich ein wenig mit der Streifenrichtung gespielt. Quer gegen längs, wobei das Schnittteil des Kragens im Radius zugeschnitten wird, so dass die Streifen in der Rückenansicht des Belegs wieder parallel verlaufen. Und Streifen zu Streifen? Gefällt mir sogar auch sehr gut. Sommerlicher geht es kaum….

 

Schnittmuster: Frau Isa von fritzischnittreif

Material: Romanit schwarz mit weißen Streifen, 1000stoff

verlinkt mit: sewlala

Ich interessiere mich grundsätzlich für alle neuen Schnittmuster, das gehört ja zu meinem Job dazu (den ich nicht zuletzt deswegen auch so liebe :-). Aber die Liebsten sind neue Kleiderschnittmuster. Daher war ich auch so gespannt auf die Veröffentlichung des Kleids Nr. 4 von rosa p., das jetzt seit ungefähr 2 Wochen erhältlich ist. Im Vorfeld wußte ich nichts, nur dass der Schnitt für Webware konzipiert ist. Ich ahnte schon, dass er mir gefallen würde.

Und er gefällt mir sehr! Ganz schlicht, ohne viel Schnickschnack, lässig geschnitten, großzügiger Halsausschnitt, 3/4 Ärmel. Er passt super in die Linie der ersten 3 Kleider von rosa p., genau mein Ding. Trotzdem habe ich mir erlaubt, eine kleine Änderung vorzunehmen, denn das lockere Gummi in der Taille ist eigentlich nicht vorgesehen. Erst wollte ich einen Gürtel nehmen, damit ich von mal zu mal entscheiden kann, ob ich es offen oder gebunden tragen möchte. Doch dann überwog die Lust auf Experiment. Mit großer Stichlänge habe ich von innen einen Tunnel eingenäht.

Ihr seht, es hat mir so gut gefallen, dass ich nicht zum Nahttrenner gegriffen habe.

Der Stoff ist ein Gemisch aus Leinen und Viskose in Jeansblau mit feinen Längsstreifen. Schön in der Oberfläche und perfekt im Fall. Nicht zu leicht nicht zu schwer. Schon jetzt ein neues Lieblingsteil im Kleiderschrank.

Außerdem muss ich an dieser Stelle natürlich auch erwähnen, wie toll ich es finde, dass es eine neue Linkparty gibt! Ich freue mich, gleich beim dritten Mal bei sewlala dabei zu sein und werde jetzt gleich mal bei allen anderen stöbern gehen.

Schnittmuster: Kleid Nr. 4 von rosa p.

Material: Leinen Viskose Webstoff mit feinen Streifen, 1000stoff

verlinkt mit: sewlala

Eine auffällige Farbe in Kombination mit einem ungewohnten Kleiderschnitt. Dazu einen Wollstoff im Sommer. No risk no fun!

Das ist der Trapezdress von Merchant and Mills, ein Kleid mit weiter A-Linie, sehr weiter A-Linie. Ich habe die ärmellose Variante gewählt (das Schnittmuster bietet mehrere Längen an), damit es auch wirklich ein Sommerkleid wird. Die Abschlüsse am Hals und den Armen werden sehr schlau durch einen Futterbeleg verstürzt.

Am genialsten allerdings ist der Stoff. Ich habe lange gezögert. Wegen der Farbe, aber auch wegen des Materials. Der Schnitt braucht einen eleganten Fall, das ist klar. Das Material setzt sich zusammen aus Merino und Viskose und dass Wolle auch kühlend wirken kann, weiß man ja mittlerweile. Aber dass das Tragegefühl derart genial sein würde, damit habe ich nicht gerechnet. Wenn ich an mir hinunterschaue, dann erblicke ich eine blaue Welle, die leicht und gleichzeitig schwer schwingt wenn ich mich bewege. Herrlich.

Ok, es ist kein Kleid für den Spielplatz, aber perfekt für jedes Sommerpicknick oder Gartenfest und hier hat die Saison ja gerade erst begonnen!

Schnittmuster: Trapezdress von Merchant and Mills, 1000stoff

Material: Merino Viskose Stoff, summerwool moon river, 1000stoff

Kennt Ihr das, man will seine Sommergarderobe sichten und merkt plötzlich, man hat gar nichts mehr anzuziehen?? Ist natürlich Quatsch, weiß ja jeder, aber dieses Gefühl allein sagt etwas aus. Nämlich: Lust auf Neues! Überall sieht man die neuen Farben, Schnittmuster und Styles, das kurbelt die Kreativität ordentlich an. Mir fehlen (gefühlt) die ganz normalen Teile, Basics also. Alltagsröcke, aber vor allem Shirts. Kleider kann ich natürlich auch ständig nähen, aber in diesem Segment würde ich nicht behaupten, ich hätte nichts anzuziehen ;-)

Besonders angetan hat es mir in diesem Frühjahr der Modaljersey. Mit Streifen, aber auch ohne, es ist ein phantastisches Material. So weich und gleichzeitig mit einer gewissen Schwere, perfekt für jegliche Art von Oberteil. Hier habe ich ein Kaufshirt von Cos nachgenäht, eine Methode, die ich äußerst selten anwende, weil oft von Misserfolg geprägt (liegt in meinem Fall daran, dass man selten eine eine dem Original entsprechende Stoffqualität bekommt). Oversized und simple, durch die Teilungsnähte kommt dennoch Raffinesse ins Spiel. Das Ursprungsshirt ist komplett einfarbig, ich kombiniere Streifen und rückwärtig Piquéjersey (ebenfalls aus Modal).

Weil ich aber auch körpernah mag, habe ich gleich noch eine Frau Marlene von fritzischnittreif hinterher geschoben. Mit 3/4 Ärmeln und etwas erweiterten Schultereinsätzen. Weil ich es nicht mag, wenn immer der Träger darunter hervorschaut.

Und dieses Shirt lässt sich perfekt kombinieren mit meinem neuen Rock Nina von Compagnie M. Ebenfalls ein Klassiker in meiner Basicpalette. Immer wieder fix genäht und immer wieder richtig gut. In diesem Fall mal aus Jeans, alltagstauglicher könnte es nicht sein.

Keines der drei gezeigten Teile ist in irgendeiner Weise extravagant, aber alle entsprechen mir total. Es ist ein großartiges Gefühl, sich vollkommen selbstverständlich die eigene Kleidung zu produzieren ohne dass es selbstgenäht aussieht. Ich bin noch nicht am Ende mit meiner Basickollektion, weitere Teile liegen schon zugeschnitten bereit. Aber ich bin schon jetzt total zufrieden und freue mich wieder auf den Blick in meinen Kleiderschrank morgens!

Schnittmuster: Frau Marlene – fritzischnittreif, Rock Nina – Compagnie M., oversized Shirt – selbstgezeichnet

Material: Modaljersey gestreift und uni, sowie Jeans, 1000stoff

verlinkt mit: creadienstag, dienstagsdinge, handmade on tuesday

Hab ich hier etwa irgendwo schon einmal erwähnt, dass ich Kellerfalten liebe?? Und große Schalkragen auch. Und überhaupt schlichte Jacken, die man einfach mal so überwerfen kann. Dementsprechend ist der neue Schnitt Frau Kati von fritzschnittreif ein Volltreffer bei mir. Ein sommerlicher Kurzmantel, für drinnen und draußen, unkompliziert und schick.

Entworfen für dehnbare Materialien wie Strick, leichteren Sweat oder schweren Jersey. Ich habe mich für diesen Denimjersey entschieden, ein Stoff mit einer gewissen Schwere und meiner Meinung nach perfekt für den Schnitt. Lustigerweise haben fritzischnittreif ganz unabhängig davon ihren Titelblattmantel aus genau demselben Stoff (auch farblich :-)) genäht.

Die Kragenlinie bringt eine gewisse Eleganz mit sich. Da muss man sich auch gar keine Gedanken über die Abschlüsse und Säume machen, sondern lässt den Stoffe einfach so fallen, wie er möchte. Taschen gibt es auch, in den Seitennähten versteckt.

Ach, ich mag diese Zeiten der neuen Schnittmuster sehr, es gibt so viel zu probieren und ich freue mich schon, wenn ich Euch in der kommenden Zeit noch ein paar andere neue Schnitte von fritzischinttreif zeigen darf. Da ist einiges in der pipeline :-)) Übrigens bekommt Ihr fast alle Papierschnitte von fritzischnittreif auch bei mir im Laden…

Erstmal wünsche ich Euch eine sonnige Feiertagswoche!

Schnittmuster: Frau Kati, fritzischnittreif

Material: Denimjersey, 1000stoff

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